"Frankenbahn für alle" - 300 Teilnehmer bei Kundgebung

Rosenberg. (F) Rund 300 Bürgerinnen und Bürger folgten am Samstag dem Aufruf der Bürgerinitiative "Frankenbahn für alle" und beteiligten sich in Rosenberg an einer Kundgebung, mit der der Forderung nach einer deutlichen Aufwertung der Bahnstrecke zwischen Osterburken und Würzburg lautstark Nachdruck verliehen wurde.

Rosenbergs Bürgermeister Gerhard Baar freute sich über die rege Beteiligung an der Kundgebung und begrüßte dazu besonders auch Edgar Wenisch von der Bürgerinitiative "Frankenbahn für alle", eine Abordnung des SPD-Ortsvereins Bauland mit Kreisrätin Heide Lochmann und Vorsitzendem Michael Deuser an der Spitze und den ehemaligen Boxberger Bürgermeister Horst Hollenbach.

Wie Baar in einem Rückblick auf die Bahnpolitik der vergangenen Jahrzehnte feststellte, sei die Wiedereröffnung des Bahnhalts in Rosenberg im Jahre 1996 mit große Erwartungen der Bürger verbunden gewesen. Die Hoffnungen hätten sich nicht erfüllt, denn die S-Bahn Rhein-Neckar, die für die Orte an deren Strecke eine spürbare Aufwertung der Infrastruktur mit sich gebracht habe, endete in Osterburken, zur Weiterführung Richtung Würzburg sei es nicht gekommen.

Bisher sei man bitter enttäuscht, denn nur drei Zugpaare pro Tag stünden zwischen Osterburken und Lauda für Schüler und Pendler zur Verfügung.

Von der seit 2011 von den Grünen geführten Landesregierung habe man, so Baar, Verbesserungen im Schienenpersonennahverkehr erwartet, denn wer sich die Einsparung von fossilen Ressourcen, die Reduzierung des Kfz-Verkehrs und das Schlagwort "Schiene statt Straße" auf seine Fahnen schreibe, der müsse konsequenter Weise auch Züge beschaffen.

Der Knackpunkt liege aber darin, dass das Land die Züge bestellen und bezahlen müsse. Dies funktioniere in den Ballungsräumen und werde mit den dortigen hohen Fahrgastzahlen begründet, welche im ländlichen Raum natürlich nicht zu erreichen seien. Aber wer als politisches Ziel "gleichwertige Lebensverhältnisse in Stadt und ländlichem Raum" ausgebe, der müsse sich an dieser Aussage auch messen lassen, unterstrich der Rosenberger Bürgermeister.

Wie Baar betonte, forderten die Bürger an der "Frankenbahn"-Strecke in den Kreisen Neckar-Odenwald und Main-Tauber eine deutliche Verbesserung des Angebots gerade im Abschnitt zwischen Osterburken und Lauda, der von der Bahn besonders stiefmütterlich behandelt werde. Ein Stundentakt mit Regionalbahnen an den vorhandenen Haltepunkten wäre ein erster bedeutender Schritt und eine spürbare Aufwertung für Rosenberg. "Das ist machbar, man muss es nur wollen", zeigte sich Baar überzeugt und freute sich, dass viele Rosenberger Bürgerinnen und Bürger mit ihrer Teilnahme an der Kundgebung diese Forderung mit unterstützen.

Mit der Kundgebung in Rosenberg seien aber die Bemühungen um eine Attraktivitätssteigerung der Bahn in der Region noch nicht zu Ende. Einfluss auf die Politik nehmen wolle man vielmehr auch mit einer landkreisübergreifenden Demonstrationsfahrt am Samstag, 7. Juli, zu der die Landräte der beiden Kreise zusammen mit den an der Strecke liegenden Gemeinden aufrufen. In Osterburken und Lauda seien an diesem Tag ebenfalls Kundgebungen vorgesehen. Ein Haltepunkt des Sonderzugs (Start um 11.15 Uhr in Osterburken) sei auch Rosenberg. Baar bat die Bürgerinnen und Bürger, sich zahlreich an dieser kostenlosen Fahrt zu beteiligen, um ein deutliches Signal zu setzen.

Edgar Wenisch informierte über die Ziele der Bürgerinitiative "Frankenbahn für alle". Dieser lockere Zusammenschluss von Bürgern wolle, dass alle Bahnhalte an der Strecke zwischen Osterburken und Würzburg dauerhaft reaktiviert werden und alle Beteiligten zu den notwendigen Investitionen in die Infrastruktur bereit seien. Gefordert werde ein einstündiger Takt für die Bahnhalte bis nach Würzburg mit zeitnahen Anschlüssen zu überregionalen Verbindungen in Osterburken, Lauda und Würzburg. Gute Bahnverbindungen könnten dazu beitragen, der Landflucht entgegenzuwirken, und erleichterten den Bürgern im ländlichen Raum das Pendeln.

Aktuell gebe es, wie in diesem Zusammenhang aufgezeigt wurde, täglich 12.000 Pendlerfahrten im Raum Rosenberg/Ahorn/Boxberg, davon alleine in Rosenberg mehr als 1300.

Um die Wünsche bezüglich attraktiverer Bahnverbindungen durchsetzen zu können, bedürf es vieler aktiver Mitstreiter, die nach dem Motto "Wenn nicht jetzt, wann dann?" die Forderungen unterstützen. Die Demonstrationsfahrt auf der Schiene am 7. Juli biete dazu eine einmalige und womöglich letzte Chance. Deshalb sei die Bevölkerung aufgerufen, an diesem Tag gemeinsam für den Stundentakt zu kämpfen. Ansonsten bestehe die Gefahr, dass die Region endgültig abgehängt sein.

Zum Schluss der Kundgebung unterstrich die Trommelgruppe "Dagadu" diese Forderungen lautstark mit afrikanischen Rhythmen. Die Trommelgruppe wird auch bei der Demo-Fahrt dabei sein.