79 Jahre Erfahrung verlassen das Gremium - GR-Sitzung

Der neu gewählte Rosenberger Gemeinderat kann nach seiner konstituierenden Sitzung am Dienstagabend im Bürgersaal des Rathauses mit seiner Arbeit beginnen.

Rosenberg. Die Verabschiedung der ausscheidenden Gemeinderäte stand auf der Tagesordnung der Gemeinderatssitzung, bei der mit Brigitte Bernhardt, Anna Heppner (beide Ortsteil Hirschlanden), Gerd Walch, Alibinat Arslan und Gerd Gräupl (alle Ortsteil Rosenberg) insgesamt 79 Jahre kommunalpolitische Erfahrung das Gremium verlassen haben. Neue, teils jüngere, aber auch erfahrene Gemeinderäte, wie zum Beispiel Ullrich Herrmann aus Hirschlanden, haben ihr Amt aufgenommen und wurden vereidigt wie auch die vier Ortsvorsteher.

Zu dieser „besonderen“ Sitzung begrüßte Bürgermeister Ralph Matousek eine große Zahl von interessierten Bürgern, darunter auch Altbürgermeister und Ehrenbürger Gerhard Baar, im bis auf den letzten Platz besetzten Sitzungssaal. Es gebe nach der Kommunalwahl eine neue Zusammensetzung des Gremiums, denn einige langjährige Mitglieder stellten sich nicht mehr zur Wahl oder beenden ihre kommunalpolitische Laufbahn, so Matousek eingangs. „Neu gewählte Gemeinderäte werden gemäß dem Wählerauftrag Platz nehmen.“

Ehrungen

Mit der Ehrenurkunde des Gemeindetages für ihre langjährige Mitarbeit im Gemeinderat wurden Maria Weber und Jörg Graser (jeweils zehn Jahre), Katrin Weimer und Jochen Kautzmann (je 15 Jahre) sowie Jürgen Arnold (25 Jahre) geehrt. Für ihr großes Engagement zum Wohle der Gemeinde bedankte sich Matousek. Verabschiedet wurden die Räte Gerd Walch (fünf Jahre), Anna Heppner, Albinat Arslan (je zehn Jahre), Brigitte Bernhardt (15 Jahre, davon fünf Jahre als zweite Stellvertreterin des Bürgermeisters) sowie das kommunalpolitische „Urgestein“ aus dem Ortsteil Rosenberg, Gerd Gräupl, der sich insgesamt 39 Jahre engagierte. Neben der „Entlassungsurkunde“ der Gemeinde gab es für alle ein Präsent.

Gerd Gräupl habe sich auch neben der kommunapolitischen Arbeit in außergewöhnlicher Form für das Dorf und dessen Weiterentwicklung eingesetzt. „Das ist beispielhaft“, so der Bürgermeister, der ihn dann unter der Assistenz des Altbürgermeisters Gerhard Baar mit der Gemeindemedaille auszeichnete. Zusätzlich überreichte Matousek als Präsent ein Luftbild der Heimatgemeinde.

Gerd Gräupl sagte zum Abschied, dass er nach reiflichen Überlegungen nicht mehr zur Wahl antreten wollte und feststellte, dass es im Alter von 75 Jahren Zeit sei, die Gemeinderatstätigkeit zu beenden. Sein Dank galt auch seiner Frau Waltraud, die ihn in diesen Jahren immer tatkräftig unterstützt habe. So habe er drei Bürgermeister erleben dürfen. Am längsten arbeitete er mit Gerhard Baar zusammen, dem er für die gute Zusammenarbeit dankte, sowie seinen ehemaligen Kollegen für den stets fairen und kollegialen Umgang. Dabei merkte er an, dass die Arbeit im Gremium nicht immer „vergnügungssteuerpflichtig“ gewesen sei. Dem neuen Gremium wünschte er alles Gute und gute Entscheidungen zum Wohle der Einwohner der Gemeinde Rosenberg.

Sache steht immer im Vordergrund

Altbürgermeister Baar sprach ebenfalls Worte des Dankes, denn viele Räte arbeiteten mit ihm in seiner langen Amtszeit zusammen. Bei den Beratungen habe immer die Sache im Vordergrund gestanden. Stets habe man um die bestmögliche Lösung gerungen. Er habe einen Gemeinderat erlebt, der offen und fair miteinander umgegangen sei. Das wünsche er sich auch für das neue Gremium. Baars besonderer Glückwunsch ging an Gerd Gräupl, den er als einen sehr korrekten, gewissenhaften, loyalen und pflichtbewussten Gemeinderat bezeichnete.

Als sein erster Stellvertreter habe er sich gegenüber den Kollegen und über die Region hinaus großes Ansehen erworben und die Gemeinde hervorragend präsentiert. Dem neuen Gemeinderat wünschte er alles Gute. „Mögen Sie immer die bestmöglichen Entscheidungen für die Gemeinde und deren Ortsteile treffen“. Matousek ging danach kurz auf die geleistete Arbeit und die verwirklichten Projekte der letzten fünf Jahren ein, bevor er die neu- und wiedergewählten Räte vereidigte.

Mängel an der Ortsdurchfahrt

In der Bürgerfragestunde war der Ausbau der Ortsdurchfahrt in Rosenberg ein Thema. Ein Bürger erkundigte sich nach dem Ergebnis der Abnahme der Straßendecke vor einigen Tagen. Bürgermeister Matousek sagte, er werde immer wieder darauf angesprochen, könne aber nicht viel sagen, da die Gemeinde nicht der Bauherr des Gewerkes sei, sondern das Land. Er bestätigte aber, dass die Abnahme einige Mängel hervorbrachte. Die bauausführende Firma wurde durch das Straßenbauamt aufgefordert, eine Stellungnahme zur Beseitigung der Mängel zu erarbeiten, die bis zur nächsten Sitzung des Gemeinderates am 6. August vorliegen soll.

Ein Bürger wollte wissen, wie das Projekt „Waldbestattung“ auf dem alten Friedhof inmitten des Dorfes weitergehe, das der „alte Gemeinderat“ im letzten Jahr noch beschlossen hat. Matousek sagte, das Thema habe derzeit nicht gerade eine hohe Priorität. Der gefasste Beschluss bleibe aber im Moment bestehen. Nach gut einer Stunde war die Sitzung beendet und die Bürger waren froh, aus dem „heißen“ Saal zu kommen. Bürgermeister Matousek lud zu einem Umtrunk auf den Rathausvorplatz ein, wo man die Sitzung nochmals Revue passieren ließ.

aus den Fränkische Nachrichten, Donnerstag, 25.07.2019