Bericht zur GR-Sitzung April 2019 - Vorstellung Innenentwicklungskonzept

29 Häuser in Rosenberg stehen leer

Gemeinderat möchte sie einer neuen Nutzung zuführen - Analyse wurde im Rat vorgestellt

Bei der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend im Bürgersaal waren mehr interessierte Bürger anwesend als Ratsmitglieder. Der Gemeinderat war aber noch beschlussfähig! Im Mittelpunkt der Sitzung - unter Leitung von Bürgermeister Ralph Matousek - stand ein wichtiges Thema, die für den Ortsteil Rosenberg geplante zukünftige Innenentwicklung. Das erarbeitete Konzept brachte auch die Erkenntnis, dass derzeit im Ortsteil Rosenberg 29 Gebäude leer stehen.

Zudem könnten leer stehende landwirtschaftliche Scheunen zu Wohnraum umgebaut werden, der in der Gemeinde dringend fehlt. Bei der Verwirklichung von Projekten ist eine Zusammenarbeit mit privaten Bauherrn und Gemeinde notwendig, wurde betont.

Wie der Bürgermeister bei der Vorstellung des Innenentwicklungskonzepts für den Ortsteil Rosenberg eingangs informierte, wurde im letzten Sommer das Büro IfK (Mosbach), mit der Erstellung eines solchen Konzepts für den Ortsteil Rosenberg beauftragt, was zudem Voraussetzung und Grundlage für die Antragstellung im Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) ist. Das Konzept stellt eine Art Grobanalyse dar und zeigt auch Missstände und Leerstände von Häusern auf. Handlungsbedarf sei, so betonte der Bürgermeister, auf jeden Fall gegeben.

Diplom-Ingenieurin Ines Breiding vom Büro IFK Ingenieure aus Mosbach stellte im Anschluss das von ihr erarbeitete Konzept vor: Im Rahmen des ELR-Programms bestehe durch eine finanzielle Förderung von geplanten Maßnahmen auch im privaten Bereich die Möglichkeit, den Ort im Rahmen der Dorfentwicklung weiter zu entwickeln.

Sehr umfangreich ging sie dann auf die Bestandssituation im Ort ein. Durch Um- und Neugestaltung von Wohnhäusern, landwirtschaftlichen Scheunen sowie Straßen und Plätze könnte die Attraktivität Rosenbergs gesteigert werden. Das Dorfbild würde zudem aufgewertet, die Ortsgemeinschaft gestärkt und lebendig gehalten werden.

So wäre auch ein Ziel die Schaffung von zeitgemäßem Wohnraum im "Altort" und das bestehende Dienstleistungsangebot zu halten und zusätzlich zu erweitern. Das Konzept sage auch deutlich aus, dass im Ortsteil Rosenberg Bedarf an Wohnungen besteht. Diese Situation könnte innerorts auch durch den Umbau von leer stehenden und ungenutzten landwirtschaftlichen Scheunen entschärft werden.

Als sehr hoch bezifferte Breiding auch die 29 leer stehenden Gebäude, allein im Ortsteil Rosenberg. Sie stellte dann die vier bestehenden Förderschwerpunkte vor, für die im ELR-Programm Zuschüsse in unterschiedlicher Höhe gewährt werden. Im Rahmen einer kommunalen Maßnahme könnte man sich auch seitens des Gemeinderates überlegen, was man mit den leer stehenden Häusern unterhalb der evangelischen Kirche macht, die im Besitz der Gemeinde sind. In ihrer Analyse stellte sie verschiedene Maßnahmen vor, wie die Aufwertung der Ortseingänge sowie der Ortsrandgestaltung.

In verschiedenen Straßen des Dorfes, wie zum Beispiel in der Haupt,- der Dorfstraße, oder auch in der Brückenstraße besteht historische Bausubstanz mit ortsbildprägenden Häusern, bei denen hoher Modernisierungsbedarf bestehe. In der Dorfstraße könnte zum Beispiel eine Seniorenwohnanlage entstehen oder ein Mehrgenerationen-Wohnhof. Leerstände bestehen auch im "Altort" und im "Wittstadter Weg". Hier seien Ideen notwendig, diese Gebäude wieder einer neuen Nutzung zuzuführen.

Eine zusätzliche Aufwertung des Ortes könnte auch das Anlegen von Rosenbeeten sein, denn ein solches sei trotz des Namens Rosenberg kaum zu finden. An verschiedenen Bildern zeigte Ines Breiding am Ende ihres Vortrags noch Beispiele von erfolgreich durchgeführten Dorfentwicklungsmaßnahmen in anderen Gemeinden des Kreises.

Bürgermeister Matousek zeigte sich von der Analyse überrascht, vor allem, dass im Ortsteil Rosenberg 29 Häuser leer stünden. Wie der Bürgermeister weiter sagte, werde der Gemeinderat in den nächsten Jahren diese große Aufgabe angehen. Zudem plane er eine Informationsveranstaltung zu diesem Thema, bei der man die Bevölkerung über Förderungsmöglichkeiten über das ELR-Programm informieren möchte. Die Räte nahmen die Ausführungen zur Kenntnis.

aus der RNZ vom 11.04.2019