Das erste neue Kunstwerk steht im Kirnautal

Osterburken/Rosenberg/Buchen. (bg) Bis zum Frühjahr 2019 erhält der im Jahr 2006 eröffnete Bauländer Skulpturen-Radweg, der über die Gemarkungen von Adelsheim, Osterburken, Ravenstein, Rosenberg und Seckach führt, sieben neue Kunstobjekte; zugleich wird auch die Stadt Buchen in die Streckenführung eingebunden. Das erste neue Kunstwerk wurde soeben zwischen Rosenberg und Osterburken aufgestellt.

"Skulpturen am Radweg - Kunst in der Landschaft" lautete der Titel des Skulpturen-Radweges, der auf einer Strecke von 77 Kilometern touristische Ziele der Bauland-Gemeinden Adelsheim, Osterburken, Ravenstein, Rosenberg und Seckach verbindet und dabei Kunst in der Landschaft buchstäblich "erfahrbar" macht. Die fünf Mitgliedsgemeinden des Zweckverbandes Regionaler Industriepark Osterburken (RIO) haben damit ein außergewöhnliches Projekt umgesetzt, angestoßen vom damaligen Seckacher Bürgermeister Ekkehard Brand und gefördert vom Land Baden-Württemberg und der Europäischen Union. Die Kombination aus Radl-Spaß und Kunstvergnügen hat inzwischen viele Freunde aus nah und fern gefunden.

Im Zusammenhang mit der Feier des zehnjährigen Bestehens hat der Zweckverband RIO im Zusammenwirken mit der Stadt Buchen Weichen für eine Erweiterung des Radwegs gestellt und zugleich die Anschaffung weiterer Kunstwerke beschlossen.

Seit 2006 stehen 18 Objekte entlang des Radwegs. Sie waren im Zuge eines in den Staatlichen Akademien der Bildenden Künste Karlsruhe und Stuttgart sowie Burg Giebichenstein/Hochschule für Kunst und Design Halle ausgeschriebenen Wettbewerbs von einer Jury ausgewählt worden. Jetzt erfährt die in dieser Form einmalige Kunst-Ausstellung in freier Natur eine Erweiterung, und auch die sieben neuen Werke, die den Skulpturen-Radweg bereichern werden, wurden von Kunststudenten geschaffen.

Die drei Staatlichen Akademien der Bildenden Künste Stuttgart, Karlsruhe und Nürnberg haben sich mit jeweils fünf Kunststudenten aus Meisterklassen am neuerlichen Skulpturen-Wettbewerb beteiligt. Aus den von diesen jungen Künstlern eingereichten Werken wählte eine Fachjury Anfang des Jahres die sieben Werke aus, die aufgestellt werden. Mitglieder der Jury waren die Kunst-Professoren Werner Pokorny, Tilman Osterwold und Udo Koch, Ministerialrat a.D. Harald Goll, Landrat Dr. Achim Brötel, der RIO-Zweckverbandsvorsitzende und Osterburkener Bürgermeister Jürgen Galm, Nico Hofmann in Vertretung des Buchener Bürgermeister Roland Burger sowie der Seckacher Alt-Bürgermeister Ekkehard Brand, der auch Projektleiter ist.

Zwei der neuen Kunstwerke werden auf Gemarkung der Stadt Buchen zu finden sein, die künftig an den Skulpturen-Radweg angebunden ist. Die Gemeinden, Adelsheim, Osterburken, Ravenstein, Rosenberg und Seckach erhalten jeweils ein neues Kunstwerk.

Den Start bei der Aufstellung der neuen Objekte machte soeben Franziska Jaschek aus Miltenberg. Sie studierte an der Akademie der Bildende Künste Nürnberg bei Professor Lehanka. Mit ihrer Skulptur mit dem Titel "NRIO" (die Abkürzung steht für "Natürlich Radfahren im Odenwald") setzt sie sich mit den Radwegen im Neckar-Odenwald-Kreis auseinander. Es entstand eine Skulptur aus gebogenen Metallrohren, die Radwege symbolisieren. Wie es in der Beschreibung des Objekts heißt, werden ausgehend von einer 14-teiligen Grundform alle Radwegformen gleichmäßig nach oben hin zusammengeschweißt, sodass ein komplexes geschlossenes Formennetz, ein großformatiger Skulpturenköper, entsteht. Es finde so eine Verwandlung vom zweidimensionalen Kartenmaterial hin zur dreidimensionalen und für den Betrachter haptisch erfahrbaren Skulptur im Raum statt.

Das Kunstobjekt "NRIO" findet sich im Kirnautal zwischen Rosenberg und Osterburken auf Gemarkung Rosenberg.

Dank der guten Vorbereitung durch den Bauhof und dessen Mithilfe sowie der tatkräftigen Unterstützung des Metallbauers konnte die Künstlerin Jaschek die Skulptur innerhalb weniger Stunden optimal platzieren.

Zug um Zug werden jetzt die weiteren Kunstwerke "Ausgrabung" von Shinroku Shimokawa, "Licht lautlos" von Laila Auburger, "Skulptur for the road" von Nino Maaskola, "Subterran" von Jochen-Damian Fischer, "Underground" von Markus Gehrig und "Welle" von Nina Laaf aufgestellt. Bis zum Frühjahr sollen alle Objekte stehen.

Bei der Auswahl der Kunstwerke hatte sich die Jury beeindruckt gezeigt von der Vielfalt der eingereichten Arbeiten und ihre Einbindung in die Landschaft. Die Bürgermeister der beteiligten Gemeinen und Projektleiter Ekkehard Brand sind zuversichtlich, dass der erweiterte Skulpturen-Radweg, der auch zu Freizeitstätten wie den "alla hopp!"-Anlagen in Buchen und Merchingen und zu touristischen Zielen wie Eberstadter Tropfsteinhöhle und Römermuseum Osterburken führt, neue Freunde gewinnen wird - zumal im Zeitalter des E-Bikes auch die anspruchsvolleren Teilstrecken zunehmend Zuspruch finden.