Dreidimensionale Radwegformen aus Metall

Franziska Jaschek studierte bis 2017 Bildende Kunst (Bildhauerei) an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg bei Professor Marko Lehanka und schloss 2017 als dessen Meisterschülerin ab.

Die Bildhauerin sucht die systematische Auseinandersetzung mit Kunst: Sie nimmt konkret Bezug auf Dinge, Räume, Orte oder Formen der alltäglichen Lebenswelt, untersucht deren Gegebenheiten und macht diese Berechnungen und Pläne zum Ausgangspunkt ihrer großformatigen Skulpturen.

Diese neu geformten großformatigen und eigenwilligen Gebilde erlangen so eine ihnen ganz eigene Präsenz im Raum.

Wegenetz floss ein

Die Skulptur besteht aus 14 verschiedenen Radwegformen, die in Metallrohren gebogen zu einer Skulptur vereint werden sollen.

Mit in die Formgebung eingeflossen sind alle verzeichneten Radwege der Odenwald-Region: der Drei-Täler-Radweg, der Neckartal-Radweg, der Odenwald-Madonnen-Radweg, der Drei Länder-Radweg, der Grünkern-Radweg, der Skulpturenradweg, die Kurpfalzachse, der Erftal-Mühlen-Radweg, die Wanderbahn, der Main-Tauber-Fränkischer Radachter, der Main-Neckar-Radweg, der Salz & Sole-Radweg, der Limesradweg und der Mountainbike-Rundkurs Waldbrunn. Ausgehend von dieser Grundform werden alle Radwegformen gleichmäßig nach oben hin zusammengeschweißt, bis ein komplexes geschlossenes Formennetz, ein großformatiger Skulpturenköper entsteht. Der Prozess ist analog zu Jascheks Arbeit mit dem Material Stoff: Die Metallstäbe bilden die „Nähte“ der einzelnen Formen. Es findet eine Verwandlung vom zweidimensionalen Kartenmaterial hin zur dreidimensionalen und für den Betrachter haptisch erfahrbaren Skulptur im Raum statt.

Die Metallrohe sollen abschließend in einem hellen, leicht schimmernden Grauton gehalten werden. Die Farbgebung greift das Grau des Radweg-Asphalts auf und spiegelt durch ihren leichten Schimmer die Farben der Umgebung wieder.

Der Titel NRIO geht zurück auf die Broschüre „Natürlich Radfahren“, die alle Informationen rund um die Radfahrwege der Region Odenwald vereint. Sie bildet die Grundlage für die Skulptur, da das gesamte Kartenmaterial der Broschüre entnommen wurde. Weitere Informationen gibt es auf der neuen Homepage des Skulpturenradweges unter www.skulpturenradweg.de im Internet.

aus den Fränkische Nachrichten, Samstag, 01.06.2019