Ehrentafel für Brigitte Bernhardt

Hirschlanden.„Das Mehrgenerationendorf Hirschlanden läuft bereits mehrere Jahre ganz hervorragend und hat für die Gemeinschaft wesentliche Fortschritte gebracht“, sagte Ortsvorsteher Martin Herrmann in der Jahresabschlusssitzung des Ortschaftsrats Hirschlanden im Saal des Dorfgemeinschaftshaus. „Viele Bürger haben bei den Projekten sehr gut mitgearbeitet“, lobte er.

 

Auch in den nächsten Jahren wolle man so weitermachen, dann werde der Dorfbevölkerung vor der Zukunft nicht bange sein. Alles, wovon man vor 20 Jahren träumte, habe man jetzt erreicht, sagte Herrmann. Zwei erfreuliche Anlässe gab es am Ende der Sitzung: Einen Scheck über 1000 Euro überreichte der Vorsitzende des Kulturvereins „Schluckspechte“, Reinhold Egner, an Dekan Rüdiger Krauth. Eine weitere Spende in Höhe von 2700 Euro gab es für die Vereine FCT Hirschlanden, Gesangverein und Feuerwehr.

In Würdigung ihres herausragenden Engagements wurde Brigitte Bernhardt mit der Ehrentafel, der höchsten Auszeichnung, die das Dorf zu vergeben hat, geehrt. Das Interesse an den Sitzungen ist bei der Bevölkerung des Dorfes ungebrochen, denn der Ortsvorsteher begrüßte mehr als 50 interessierte Zuhörer, darunter auch Bürgermeister Ralph Matousek.

Heimatbuch

Erster Tagesordnungspunkt war die Information über den Stand der Planungen und die Fertigstellung des Heimatbuchs über das Dorf Hirschlanden, das rund 600 Seiten umfassen wird. In der vergangenen Woche hatte Bernd Fischer sein bis zu 90 Prozent fertiggestelltes Manuskript vorgestellt, das die Geschichte von Hirschlanden von der Gründung bis in die 1950er Jahre abdeckt.

 

Ein Autorenteam befasst sicht mit der Geschichte der einzelnen Vereine des Dorfes sowie mit den kommunalen und gesellschaftlichen Aktivitäten. In den nächsten Monaten wird mit Nachdruck an dem Werk gearbeitet und man ist guter Dinge, bis Juni fertig zu sein. In einem Heimatabend, der im November oder Dezember 2020 geplant ist, soll dann das Buch vorgestellt werden.

Ein „informeller Punkt“ war die Vorstellung des Projektes „Generationsgespräche des Ortschaftsrates“. Wie Herrmann sagte, läuft das Projekt „Mehrgenerationendorf Hirschlanden“ seit Jahren sehr gut und es seien „die besten Jahre für das Dorf“ gewesen.

Nach einer im Jahre 2008 erfolgten Fragebogenaktion wurde festgestellt, dass die Bedürfnisse im Dorf sehr unterschiedlich sind. „Der Ortschaftsrat wird mit Generationengesprächen einen vollkommen neuen Weg gehen“, hob Herrmann hervor. In vier Terminen werden die Eltern von Babys und Kleinkindern, Jugendliche, „Mittlere Generation“ sowie die älteren Menschen über ihre Vorstellungen befragt und Verbesserungen diskutiert.

Als Ergebnis werden neue Ziele der örtlichen Weiterentwicklung formuliert. Auftakt ist am 30. Januar mit dem ersten Gesprächsabend für die Eltern. Nach den einzelnen erfolgen Berichten aus den Mehrgenerationsdorf-Arbeitsgruppen (Sozialgruppe Brigitte Bernhardt, Mediathek Cassia Schorr, Koordinationskraft Jana Dodaj sowie Ökopiraten Martin Herrmann) informierte Dekan Rüdiger Krauth über den Baufortschritt des derzeitigen Neubaus des evangelischen Gemeindehauses.

Die derzeit weit fortgeschrittenen Bauarbeiten sollen wenn möglich bis zum Sommer 2020 abgeschlossen sein. Der Einbau der Heizung ist vorbereitet, man warte jedoch auf den Estricheinbau. Probleme habe man mit den ausführenden Firmen. Dekan Krauth bedankte sich bei allen Spendern und Unterstützern.

Der Ortschaftsrat hatte bei der Projektplanung beschlossen, dass für die Ausstattung der Dorfmediathek im neuen Gebäude insgesamt 3000 Euro aus der Ortschaftskasse verwendet werden. Dieser Beschluss wurde jetzt nochmals einstimmig bestätigt.

Bürgermeister Ralph Matousek informierte über die zeitliche Umsetzung des in der Steige geplanten Regenüberlaufbeckens, mit dem damit verbundenen Umbau der barrierefreien Bahnunterführung. Den Auftrag erhielt die Firma Linz und Hinninger aus Mosbach, die im Frühjahr mit den Arbeiten beginnen wird. Einen sehr erfreulichen Bericht aus dem Kindergarten erstattete dessen Leiterin Jennifer Kaufmann. Auf die Entwicklung der Einrichtung könne man sehr stolz sein. In den nächsten Jahren seien alle Plätze belegt. Zudem sei die Nachfrage an Kindergartenplätzen sehr hoch. Als „Quell der Freude“ bezeichnete Herrmann die derzeitige Situation. Er stellte fest, dass es richtig war, am Erhalt der Einrichtung und der neuen Konzeption festzuhalten.

Dorffinanzen geprüft

Die jährliche Prüfung der Dorffinanzen, die Eckhard Fahrbach und Brigitte Bernhardt vorgenommen hatten, führte zu keinen Beanstandungen. Unter Punkt „Verschiedenes“ wurde angeregt, einen Defibrillator anzuschaffen, der im Windfang des Dorfgemeinschaftshauses angebracht werden könnte. Ortsvorsteher Herrmann will bis zur nächsten Januarsitzung Kostenvoranschläge für ein solches Gerät einholen und dann soll der Ortschaftsrat eine Entscheidung treffen.

Der Punkt Aufstellung von Tü-tenspendern und Abfallkörben für Hundekot wurde auf die nächste Sitzung verschoben. Wegen Brandschutzauflagen muss der Heizraum im Gemeinschaftshaus leergeräumt werden. Ortsvorsteher Herrmann bat, die noch nicht gemeldeten Termine für den Veranstaltungskalender von Hirschlanden alsbald bei ihm zu melden.

Bürgermeister Ralph Matousek betonte in seinem Grußwort, dass ihm die Arbeit in seinem ersten Jahr als Bürgermeister in der Gemeinde viel Spaß machte. Er bedankte sich beim Ortschaftsrat für die gute Zusammenarbeit.

Zwei erfreuliche Punkte gab es zum Schluss der Sitzung. Die Beteiligung am Jubiläumsfest „1250 Jahre Ditzingen-Hirschlanden“ hatte insgesamt einen Überschuss von 2751 Euro erbracht. Der Ortschaftsrat übergab jeweils 1000 Euro an den Sportverein FCT Hirschlanden sowie an den den Gesangverein „Sängerbund“ und 700 Euro an die Freiwillige Feuerwehr. Der Vorsitzende des Kulturvereins „Schluckspechte Hirschlanden“, Reinhold Egner, übergab wie in der jüngsten Generalversammlung des Vereins beschlossen, einen Spendenbetrag in Höhe von 1000 Euro an Dekan Rüdiger Krauth für den Bau des evangelischen Gemeindehauses.

Die Jahresabschlusssitzung bot einen besonderen Rahmen, in Würdigung ihres herausragenden Engagements Brigitte Bernhard mit der Ehrentafel des Dorfes auszuzeichnen, welche die höchste Auszeichnung des Dorfes ist. „Sie wird ausschließlich an Menschen verliehen, die über lange Jahre außerordentlichen Einsatz für die Dorfgemeinschaft erbracht haben“, sagte Herrmann bei der Verleihung. Er wies darauf hin, dass bisher vier Männer damit ausgezeichnet wurden.

Brigitte Bernhardt ist die erste Frau, die eine solche Auszeichnung erhält. „Diese war längst überfällig“, sagte der Ortsvorsteher. Nicht allein der Umstand, dass Bernhardt das Dorf 15 Jahre im Gemeinderat vertreten hat, sondern das selbstlose Wirken in den letzten zehn Jahren in den Arbeitsgruppen des Mehrgenerationendorfes rechtfertige diese Ehrung, denn sie sei die gute Seele und größter Aktivposten der Sozialgruppe. Sie engagiere sich an vorderer Front beim Mittagstisch für Senioren, bei der Kaffeetafel, sei Mit-Koordinatorin des dörflichen Fahrdiens-tes und des Kisteneinkaufsservice, beteilige sich am Heimatbuch und im Mediathek-Team und habe über ein Jahrzehnt als Wirtin die Dorfgaststätte mit geprägt.

In allen Bereichen des Dorfes, so der Ortsvorsteher, habe Brigitte Bernhardt über viele Jahre herausragende Arbeit geleistet, wofür man ihr mit dieser bedeutenden Auszeichnung Dank sagen möchte. Unter dem Beifall der anwesenden Zuhörer überreichte Herrmann die Ehrentafel. F

© Fränkische Nachrichten, Freitag, 27.12.2019