Gemeinderat Rosenberg tagte

Abwasserkanal wird für 255 000 Euro saniert

Nur eine kurze Sommerpause gönnte sich der Gemeinderat, denn das Gremium traf sich am Dienstagabend zur öffentlichen Sitzung im Bürgersaal des Rathauses.

 

Rosenberg. Im Mittelpunkt der Gemeinderatssitzung stand die Feststellung der Jahresrechnung 2018 sowie eine Information von Bürgermeister Ralph Matousek über den Vollzug des Haushaltsplanes 2019.

 

Ausgleichsmaßnahmen

Neben der Vergabe von Ingenieursleistungen für den „Dörrhöfer Weg“ stand der Abschluss eines öffentlich-rechtlichen Vertrages mit dem Landkreis über vorzunehmende Ausgleichsmaßnahmen für das Bebauungsplangebiet „Mühlgärten“ auf der Tagesordnung. Dieser Punkt wurde allerdings nach einer längeren Diskussion auf die nächste Sitzung vertagt. Nur wenige an der Kommunalpolitik interessierte Zuhörer waren zur Sitzung gekommen.

Nach der Bekanntgabe und Anerkennung der Niederschriften vom 23. Juli und 6. August befasste sich der Gemeinderat mit der Besetzung der Mitglieder für den Bauausschuss des evangelischen Gemeindehauses in Hirschlanden. Wie Bürgermeister Matousek kurz erläuterte, waren bisher im Bauausschuss des evangelischen Gemeindehaus Hirschlanden seither als Vertreter der politischen Gemeinde Brigitte Bernhardt und Martin Hermann vertreten.

Nachdem Bernhardt jedoch aus dem Gemeinderat ausgeschieden ist, scheidet sie auch aus dem Bauausschuss aus. Gemäß der Vereinbarung zwischen der evangelischen Kirchengemeinde und der Gemeinde Rosenberg endet die Tätigkeit des Ausschusses nicht mit dem Abschluss der Baumaßnahme, denn er bleibt so lange bestehen, wie der Gemeinde das Nutzungsrecht, festgelegt sind 15 Jahre, zusteht.

Nach Vorschlag der Verwaltung wurden Martin Herrmann und Jürgen Arnold einstimmig als Vertreter der politischen Gemeinde in den Bauausschuss gewählt.

Weiterer Punkt war die Vergabe von Ingenieurleistungen „Dörrhöfer Weg“. Zu diesem Punkt sagte der Bürgermeister, dass die Gemeinde Rosenberg in den vergangenen Jahren den Allgemeinen Kanalisationsplan durch das Ingenieurbüro Sack und Partner habe erstellen lassen. Aus diesen Berechnungen, so Matousek, gehe hervor, dass es im dortigen Bereich derzeit schon zu einem erheblichen Einstau des bestehenden Kanals kommt.

Aufgrund der Tatsache, dass es vermehrt Starkregenereignisse gibt, wird geplant, den Mischwasserkanal im Dörrhöfer Weg auf einer Länge von 125 Metern wegen hydraulischer Überlastung beziehungsweise Kanalschäden in offener Bauweise zu sanieren, indem die vorhandenen Rohre DN 300 durch DN 400 ersetzt werden sollen. Die Sanierung der Hausanschlussleitungen bis zur Grundstücksgrenze ist mit vorgesehen. Der Gemeinde liegt ein Angebot des Büros für die Ingenieurleistungen für das Projekt Abwasserbeseitigung „Dörrhöfer Weg“ nach HOAI vor. Die Kostenberechnung liegt bei 255 000 Euro. Dadurch ergibt sich ein vorläufiges Ingenieurhonorar von rund 31 500 Euro. Die Entwurfsplanung wurde bereits im Jahre 2018 erstellt, um einen Zuwendungsantrag nach den Förderrichtlinien Wasserwirtschaft stellen zu können. Ein Förderantrag, so Matousek, werde für das Jahr 2020 nochmals gestellt. Der Gemeinderat vergab den Ingenieurvertrag einstimmig an das Büro Sack und Partner zu einem vorläufigen Honorar von 31 526,36 Euro.

„Aufwendige“ Maßnahme

Wie Bürgermeister Ralph Matousek bei den Erläuterungen zum nächsten Punkt sagte, sind für das Bebauungsplanverfahren „Mühlgärten“ in Sindolsheim, wo im Gewerbegebiet eine Erweiterungsmöglichkeit für die dort ansässige Firma entstehen soll, Ausgleichsmaßnahmen durchzuführen.

Um deren Umsetzung zu sichern, ist es erforderlich, dass zwischen dem Landkreis und der Gemeinde ein öffentlich-rechtlicher Vertrag abgeschlossen wird.

Eine Maßnahme der Gewässerentwicklung an der Kirnau ist geplant. Dort, in der Nähe oberhalb der Talmühle, soll der Rückbau eines mehrstufigen Sohlsprungs auf einer Länge von mindestens 50 Metern und einer Breite von rund acht Metern erfolgen.

Die Herstellungskosten für diese „aufwendige“ Maßnahme bezifferte der Bürgermeister mit rund 65 000 Euro. Detailplanungen liegen aber bisher noch nicht vor.

Gemeinderätin Katrin Weimer stellte die Frage, wenn die Bauausführung so erfolgt, was mit dem bestehenden Mühlkanal geschieht, aus dessen Wasser Evi Haas ihren Strom für die Mühle generiert. Sie tue sich schwer mit der Tatsache, dass man auf der einen Seite eine Ausgleichsmaßnahme schaffe und auf der anderen Seite eine ökologische Stromfunktion gefährde.

„Wasser abgegraben“

Der Familie Haas, die dort eine Mühle betreibt, könnte regelrecht das „Wasser“ abgegraben und somit deren Existenz gefährdet werden.

Sie bat, den Punkt zu vertagen und nachdem neue Kenntnisse vorliegen, in der nächsten Sitzung nochmals auf die Tagesordnung zu nehmen, was Bürgermeister Matousek so zusagte. F

© Fränkische Nachrichten, Donnerstag, 19.09.2019