Gemeinderatssitzung Dezember 2018

Der Gemeinderat hat die Entscheidung zur Erschließung eines Baugebiets „Bei den drei Morgen“ auf Februar vertagt. Bis dahin soll die Verwaltung den konkreten Bedarf ermitteln.

Rosenberg. Ein denkwürdiger Tag in der Geschichte der Baulandgemeinde war am Dienstag, denn Bürgermeister Gerhard Baar leitete seine letzte Gemeinderatssitzung nach 20-jähriger Amtszeit. Am Ende der Sitzung dankten die Gemeinderäte und die anwesenden Bürger Baar mit langanhaltendem Beifall für seine Arbeit zum Wohl der Gemeinde.

Zuvor hatte sich das Gremium mehr als zwei Stunden lang intensiv mit dem neuen Bebauungsplan „Bei den drei Morgen“ in Rosenberg beschäftigt. Mit am Ratstisch saßen Lothar Breitenbach als Vertreter der Kommunalentwicklung als Erschließungsträger sowie erstmals der neu gewählte Bürgermeister Ralph Matousek, der sein Amt am 1. Januar antreten wird.

Stadtplaner Jürgen Glaser (IFK, Mosbach) erläuterte zunächst stichwortartig die vorgenommen Änderungen des im September beschlossenen Bebauungsplanentwurfes. Man verzichtete auf Baumquartiere im Straßenraum, reduzierte die ausgewiesenen öffentlichen Parkplätze und verlegte den Spielplatz nach Osten in den Bereich des alten Hochbehälters. Aus Kostengründen erfolgt die Verlegung des Kanals auf die Mindesttiefe, um eine wirtschaftliche Erschließung zu erreichen.

Der Gemeinderat billigte die Änderungen und gab den neuen Plan zur weiteren Offenlegung für einen Monat frei. Sobald die bauplanrechtlichen Voraussetzungen geschaffen sind, soll möglichst schnell mit der tatsächlichen Erschließung begonnen werden, um Baugrundstücke anbieten zu können. Die Planung im Detail stellte Marco Ries (Büro Sack und Partner, Adelsheim) vor. Er ging auf die geplante Entwässerung ein, die größtenteils im Trennsystem vorgesehen ist. Zudem ist ein Regenrückhaltebecken mit einer Fassung von 200 Kubikmetern erforderlich. Von sieben Bauplätzen wird das Abwasser in den bestehenden Kanal des Dörrhöferweg eingeleitet, wo eine Höhendimensionierung notwendig ist.

Zum geplanten Straßenbau sagte Ries, dass das Baugebiet zwei Zufahrten erhalten soll: eine von der bestehenden Landstraße, wo der Bau einer Linksabbiegerspur notwendig wird, und eine Zufahrt vom Dörrhöferweg. Die Fahrbahnbreite im neuen Baugebiet beträgt sechs Meter mit einem einseitigen 1,5 Meter breiten Gehweg. Die Kosten für die gesamte Erschließung des Baugebietes mit Straßenbau, Entwässerung und Wasserversorgung bezifferte Ries auf rund 3,6 Millionen Euro.

45 Bauplätze möglich

Zur Erschließungsplanung an sich gab es keine Wortmeldungen und Fragen aus dem Gemeinderat. „Bei dieser Kostensumme reicht die Finanzkraft der Gemeinde nicht aus, um das Baugebiet in einem Zug zu erschließen“, erklärte Bürgermeister Baar. Dies sei aber auch gar nicht notwendig.

Die Kommunalentwicklung werde, wie Projektleiter Lothar Breitenbach sagte, als Erschließungsträger diese Maßnahme begleiten. Die von ihm vorgelegten Baukosten sind auf die erfolgte Planung aufgebaut und betragen mit Gutachten und weiteren Nebenkosten rund 3,9 Millionen Euro. Als ersten Abschnitt schlug er – auch aus wirtschaftlichen Gründen – vor, 23 Bauplätze zu erschließen. Dies wäre die Hälfte des 45 Bauplätze umfassenden Baugebiets.

Die Kosten für den ersten Abschnitt, bezifferte er auf rund 2,5 Millionen Euro, zusätzlich des erforderlichen Regenrückhaltebeckens von 120 000 Euro. Ein erster Erschließungsabschnitt mit nur acht Bauplätzen wäre ebenfalls realisierbar, aus der Sicht Breitenbachs aber nicht sinnvoll. Die Kosten betragen für die „kleine Lösung“ rund 890 000 Euro, einschließlich der notwendigen Höhendimensionierung des Kanals im Dörrhöferweg.

Breitenbach bat den Gemeinderat um eine Entscheidung, mit welcher Variante man in die weitere Planung gehen soll. Als nahes Ziel nannte er eine rasche Umsetzung eines ersten Bauabschnitts, um die notwendigen Bauplätze anbieten zu können.

Als Zeitplan skizzierte der Projektleiter die Ausschreibung für Anfang Februar, die Vergabe der Erdarbeiten im März, den Beginn der Erschließungsarbeiten Ende April und schließlich die Fertigstellung im Frühjahr 2020.

Im Verlauf einer intensiven Diskussion sagte Ortsvorsteher Martin Herrmann (Hirschlanden), dass man bei den Bauplatzpreisen aufgrund der aufwendigen Erschließung in Größenordnungen vorstoße, die für Rosenberg eine neue Dimension darstellten. Sowohl Gemeinderat Lukas Haas als auch seine Kollegin Maria Weber sprachen sich auch unter dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit für die Erschließung von 23 Bauplätzen aus.

Bedarf ermitteln

Gemeinderat Jürgen Arnold favorisierte hingegen die kleinere Variante, da im Ortsteil Rosenberg noch genügend Bauplätze im Baugebiet „Bienenweide“ zur Verfügung stünden. Am Ende der Diskussion sahen sich die Gemeinderäte nicht in der Lage, sich für eine der beiden vorgeschlagenen Varianten zu entscheiden und beschlossen, die Entscheidung zu vertagen.

Zudem soll die Verwaltung den konkreten Bedarf an Bauplätzen ermitteln. Im „Lichte neuer Erkenntnisse“ soll dann in der ersten Sitzung 2019 im Februar entschieden werden. F

aus den Fränkische Nachrichten, Donnerstag, 13.12.2018