Gemeinderatssitzung Juli 2017

Die Gemeinde Rosenberg geht ein Großprojekt an und baut die Ortsdurchfahrt im Kernort einschließlich Breitband sowie neuer Wasserleitungen komplett aus, so der einstimmige Beschluss des Gemeinderats am Dienstag. Mit den Arbeiten soll unter teilweiser Vollsperrung im Oktober begonnen werden. Der Abschluss ist für Ende 2018 geplant.

Rosenberg. (F) Nach rund einem Jahr intensiver Vorbereitung geht das geplante Großprojekt, der Ausbau der Ortsdurchfahrt in Rosenberg, nunmehr in die heiße Phase. Die gesamten Baukosten belaufen sich auf rund 1,5 Millionen Euro, sie werden aus Zuschüssen und Eigenmitteln der Gemeinde finanziert. Nach der Vorstellung der Ausführungs- und Terminplanung im Rat durch Diplom-Ingenieur Marco Rieß vom planenden Büro Sack und Partner (Adelsheim), werden die Bauarbeiten, die Anfang Oktober beginnen sollen, rund 14 Monate andauern und voraussichtlich an Weihnachten 2018 beendet sein. Um einen zügigen Bauverlauf zu gewährleisten, ist es erforderlich, die Ortsdurchfahrt für den Durchgangsverkehr zu sperren. Damit die Zufahrt zu einzelnen Gewerbebetrieben weiter möglich ist, wurde die Maßnahme in vier Bauabschnitte eingeteilt. Rieß bat Autofahrer und Anlieger der Straße heute schon um Verständnis, dass es zu Beeinträchtigungen und Problemen während der Bauphase kommen wird. Wenn die Arbeiten aber beendet sind, werde der Ortsteil eine wunderschöne Ortsdurchfahrt erhalten, die das Erscheinungsbild Rosenbergs deutlich aufwerten werde.

Eingangs informierte Bürgermeister Baar zu diesem Thema und betonte, dass der Ausbau einer Ortsdurchfahrt zu den komplexesten Baumaßnahmen einer Gemeinde überhaupt gehöre, weil davon mehrere Arten von Ingenieurbauwerken und in der Regel auch mehrere Bauträger (Land, Gemeinde) betroffen seien. Hinzu komme noch, dass wegen der in den Straßenkörpern verlegten Leitungen und Verkehrsflächen eine Vielzahl von Zuschussanträgen gestellt und bewilligt werden müssen, damit mit den eigentlichen Bauarbeiten begonnen werden kann.

Im Fall der Ortsdurchfahrt Rosenberg hat man verschiedene Komponenten miteinander verknüpft, so die Sanierung von Abwasserleitungen und Schächten, die Erneuerung der Wasserleitungen, Sanierung und Ausbau der Gehwege und neuen Bushaltebuchten und die Erneuerung der kompletten Fahrbahndecke durch das Land nach Abschluss aller anderen Bauarbeiten. Eingeleitet wird die Maßnahme durch die Breibandverkabelung der Telekom, deren Arbeiten im Frühherbst beginnen werden. Nach Abstimmung mit der Straßenbauverwaltung des Landes sei die Planung nunmehr so weit, dass jetzt die Umsetzung erfolgen könne. Das Ingenieur-Büro Sack und Partner hat das Leistungsverzeichnis erstellt. Vorab seien, so Baar, im März die von der Baumaßnahme betroffenen Gewerbebetriebe über Planung und vorgesehenen Ablauf informiert worden. Die Baumaßnahme ermögliche, so der Bürgermeister, keinen Durchgangsverkehr durch ganz Rosenberg, allerdings blieben die nicht vom aktuell ausgebauten Abschnitt betroffenen Teilbereiche der Ortsdurchfahrt befahrbar. Bürgermeister Baar bat die Anwohner um Verständnis für die geplante Vollsperrung, die bei der Durchführung der Arbeiten schon einige "Schmerzen" mit sich bringen könne.

Diplom-Ingenieur Marco Rieß stellte dann im Gemeinderat sehr detailliert und anschaulich die Planung der Großbaumaßnahme vor, die absolut notwendig sei. Die Bauarbeiten beginnen am Bahnübergang und enden an der Einmündung zum Mühlweg. Die Fahrbahn werde nach Sanierung und Ausbau eine Breite von durchweg 6,50 Meter haben, werde aber an einigen Stellen schmäler. Der Gehweg erhält die vorgeschriebene Breite von 1,50 Meter. Die sehr enge Kurve beim ehemaligen Gasthaus "Lamm", die auch ein Unfallschwerpunkt darstelle, bleibe aber bestehen. Beim Abwasser würden die bestehenden Leitungen teilweise in geschlossener Bauweise saniert, der Hauptkanal in Teilbereichen. Die Anschlussleitungen werden komplett erneuert, ebenso die Leitungen der Wasserversorgung von der Metzgerei Weber bis zum Bahnübergang. Beim Straßenbau werden die Gehwegflächen auf einer Länge von 500 Metern neu ausgebaut und optimiert, die Bushaltestelle am Ortseingang geändert und die gesamte Ortsdurchfahrt, auch mit neuen Grünflächen, neu gestaltet. Wegen der notwendigen Vollsperrung, so Rieß, werde es zwangsläufig Behinderungen geben. Er bat die Anwohner um Verständnis. In den nächsten Tagen werde die Ausschreibung des Großprojekts erfolgen. Die Auftragsvergabe sei für Anfang September vorgesehen. Und Anfang Oktober soll mit den Bauarbeiten begonnen werden, die voraussichtlich 14 Monate betragen und im Dezember 2018 abgeschlossen sein sollen. Der Einbau der Asphaltdecke durch das Land wird Anfang 2019 sein.

Wie Bürgermeister Baar unterstrich, werde nach erfolgtem Umbau die Hauptschlagader des Orts aufgewertet. Er bat die Anwohner, an den Arbeiten gestaltend mitzuwirken und diese einmalige Chance für Rosenberg zu nutzen.

Nach der Beantwortung einiger Fragen der Anwohner, beschloss der Gemeinderat einstimmig, diese Maßnahme anzugehen und in einem Zug auch auszubauen. Die von Diplom-Ingenieur. Marco Rieß vorgelegte Planung wurde einstimmig akzeptiert.

Bürgermeister Baar wurde danach vom Gemeinderat - wegen der Sommerpause des Gremiums - einstimmig ermächtigt, die Auftragsvergabe an das wirtschaftlich günstigste reale Angebot vorzunehmen. Vor Eintritt des Winters sollen noch die Bauabschnitte vom Bahnübergang bis zum Hirschlanderweg fertiggestellt werden.

Die Anwohner der Straße feierten dann in einer spontan organisierten "Hocketse" bei Bier und Vesper, vor dem Dorfbrunnen am Rathaus den baldigen Baubeginn. Zu später Stunde fand sich auch Bürgermeister Baar ein, der die Idee seiner Bürger sehr toll fand. Nur in einer solchen Gemeinschaft könne das große Bauprojekt gelingen.