OR Hirschlanden - Im Gremium vollzieht sich ein Generationswechsel

Eine besondere Auszeichnung des Gemeindetages wurde Martin Herrmann zuteil: Er gehört dem Ortschaftsrat bereits seit 30 Jahren an und ist zudem seit 25 Jahren Ortsvorsteher in Hirschlanden. Das Bild zeigt ihn mit Bürgermeister Matousek sowie zahlreichen Ortschaftsräten.

 

Hirschlanden.Die konstituierende Sitzung des neu gewählten Ortschaftsrates im Dorfgemeinschaftshaus bezeichnete Bürgermeister Ralph Matousek als „Staffelübergabe“, denn es vollzog sich ein erster kleinerer Generationswechsel. Mit Adolf Spandel, Alfred Hübsch und Marita Lauer schieden drei erfahrene Kommunalpolitiker aus dem Gremium aus. Wiedergewählt wurden die „Urgesteine“ Martin Herrmann, Jürgen Arnold und Lothar Beck. Neu vertreten sind Tanja Müller, Thomas Frey und Goswin Herrmann. Ortsvorsteher Martin Herrmann begrüßte eine große Anzahl von interessierten Bürgern sowie Bürger meister Ralph Matousek.

Drei erfahrene Räte scheiden aus

Keine Hinderungsgründe wurden bei den neu- und wiedergewählten Ortschaftsräten festgestellt. Aus dem Gremium verabschiedete Ortsvorsteher Martin Herrmann neben Alfred Hübsch (20 Jahre) Marita Lauer und Adolf Spandel (jeweils 15 Jahre), der auch mehrere Jahre das Amt des stellvertretenden Ortsvorstehers ausübte. Herrmann bedankte sich für ihr ehrenamtliches Engagement zum Wohl des Dorfs und überreichte einen Büchergutschein.

Das Ausscheiden von drei äußerst erfahrenen Räten bedeutet eine wesentliche Zäsur. Alle drei hätten einen großen Anteil an den bisher erfolgreichsten Jahren des Dorfes, so Herrmann. In den vergangenen 20 Jahren wurden der Bau des Gemeinschaftshauses, des Jugendhauses, die Generalsanierung des Kindergartens und der Aufbau der Dorfwirtschaft mit Brauerei ohne wesentliche Geldmittel der Gemeinde umgesetzt. Zweimal erhielt das Dorf den Landespreis für vorbildliche kommunale Bürgeraktionen, die höchste Auszeichnung des Landes.

Die letzten fünf Jahre seien für Hirschlanden mit die erfolgreichsten in der Dorfgeschichte, so Herrmann, und erwähnte den Landessieg im Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft in 2015“. Im September 2016 errang man eine hervorragende Silbermedaille im Bundeswettbewerb. Hirschlanden habe zudem sehr viele Projekte verwirklicht, die der Gemeinschaft nachhaltig helfen, wie zum Beispiel den Fahrdienst, den Bau eines Generationentreffs und eines neuen Kinderspielplatzes, Mittagstisch für Senioren und vieles mehr. Diese und weitere Erfolge wurden insbesondere durch das Engagement der Ortschaftsräte von Hirschlanden mit ermöglicht, und deshalb gelte es, so Herrmann, ihnen ein großes Dankeschön dafür zu sagen. „Auf das, was man gemeinsam geschaffen und erreicht hat, darf man wirklich stolz sein.“

Vor der Verpflichtung der neu- und wiedergewählten Ortschaftsräte sagte Bürgermeister Matousek, dass sich durch die Wahl des Ortschaftsrats am 26. Mai personelle Veränderungen im Gremium ergeben haben. Einige langjährige Mitglieder hätten ihr kommunalpolitisches Engagement beendet. „Insgesamt verlassen 50 Jahre kommunalpolitisches Wissen dieses Gremium“, so Matousek. „Andererseits werden eine Reihe neuer Mitglieder am Beratungstisch sitzen“.

Weitreichende Entscheidungen

Matousek ging in seinem kurzen Rückblick auf die weitreichenden getroffenen Entscheidungen und deren große Bedeutung ein. So war Hirschlanden als Schwerpunktdorf im ELR-Programm anerkannt. Die Bordsteinabsenkung, der Bauantrag der drei Windkraftanlagen sowie der Mehrgenerationentreff waren weitere Themen, wie auch die finanzielle Beteiligung der Gemeinde am evangelischen Gemeindehaus, der Aufbau des Spielplatzes durch ehrenamtliche Helfer und die Beschaffung des Mannschaftstransportwagens für die Feuerwehr. Im Namen der Gemeinde Rosenberg bedankte er sich bei den ausscheidenden Mitgliedern und überreiche jeweils eine Kaffeetasse sowie eine Urkunde der Gemeinde. Sie erhielten zudem die Ehrenurkunde des Gemeindetages Baden-Württemberg mit Anstecknadel. Lothar Beck wurde für zehnjährige Mitarbeit im Ortschaftsrat geehrt.

Eine besondere Auszeichnung des Gemeindetages wurde Martin Herrmann zuteil, der dem Ortschaftsrat bereits seit 30 Jahren angehört und zudem seit 25 Jahren das Amt des Ortsvorstehers in Hirschlanden ausübt. Für ihn gab es zusätzlich noch einen Präsentkorb.

In seinen persönlichen Worten dankte der Bürgermeister Ortsvorsteher Herrmann für seine glanzvolle Arbeit für den Ortsteil Hirschlanden. Mit seinen Ideen sei er zehn Jahre der Zeit voraus. Zudem habe er Weitblick und Visionen und mit seiner bisherigen Arbeit deutliche Spuren im Dorf hinterlassen. Matousek freute sich auf eine gute Zusammenarbeit, um die anstehenden Aufgaben gemeinsam angehen zu können.

Es folgte die Vereidigung der neuen Ortschaftsräte durch den Bürgermeister. „Auf die neuen Ortschaftsräte warten schon viele neue Aufgaben“, so Matousek. Mit der mittelfristigen Finanzplanung im Gemeindehaushalt sei man schon dabei, die Weichen für die kommenden Jahre zu stellen.

Dies werde zum Beispiel die Weiterentwicklung der Feuerwehren nach dem neuen Feuerwehrbedarfsplan sein: „Die Beschaffung eines neuen MLF läuft.“

Mit dem Bau des Regenüberlaufs 1 in der Steige und Regenüberlauf 2 in der Ringstraße stünden große Bauarbeiten an. Der Umbau der Bahnunterführung sei ebenfalls geplant. Ein weiteres Thema sei die Erschließung des Neubaugebiets „Eichgarten“ und die Vermarktung der noch freien Bauplätze im Dorf. Ein großes Augenmerk sollte aber auch auf die Innenentwicklung des Dorfes gelegt werden.

Erneut wurde Martin Herrmann einstimmig zum Ortsvorsteher wiedergewählt. Erster Stellvertreter ist Thomas Frey, zweiter Stellvertreter Goswin Herrmann.

Unter „Verschiedenes“ informierte der Bürgermeister über geplante Baumaßnahmen. Weiter gab es einen Sachstandsbericht zum Geländeerwerb für das neu geplante Biotop. Nachdem dieses Projekt ins Stocken geraten sei, verliefen die wieder aufgenommenen Gespräche mit den Grundstücksbesitzern erfolgreich.

Ortsvorsteher Herrmann freute sich auf eine weitere gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde und bedankte sich bei Bürgermeister Matousek, dass es ihm gelungen ist, den erforderlichen Grunderwerb für das geplante Biotop erfolgreich abzuschließen. F

© Fränkische Nachrichten, Freitag, 26.07.2019