Ortschaftsrat Sindolsheim - Neues Gremium nahm seine Arbeit auf

Sindolsheim.Kaum waren die Mitglieder des Sindolsheimer Ortschaftsrates bei der konstituierenden Sitzung vereidigt, hatten sie schon eine erste richtungsweisende Entscheidung über die zukünftige Nutzung des maroden Tartanplatzes am Sportgelände zu treffen. Dieses Thema stand schon mehrmals auf der Tagesordnung des Gremiums und wurde nunmehr neuerlich und letztmalig behandelt, denn nach dem einstimmig getroffenen Beschluss wird dieser nicht – wie von einigen Bürgern angeregt – mit einem hohen Kostenaufwand zurückgebaut, sondern an die ortsansässige Metallbaufirma Vogt verkauft. Diese plant, einen Parkplatz für ihre Mitarbeiter zu bauen.

Trauriger Höhepunkt

Nach der Begrüßung durch Ortsvorsteher Jürgen Fuchs ging es gleich um die Feststellung eventueller Hinderungsgründe für den neuen Ortschaftsrat. Nachdem einstimmig festgestellt wurde, das keine vorliegen, ging es weiter mit einem Rückblick von Fuchs über die vergangenen Wahlperiode. So nannte er unter anderem die Verlegung von Stolpersteinen, der Einbau eines barrierefreien Zugangs am Hallenfoyer sowie der Neubau des Spielplatzes. Das größte Projekt war die Erschließung des Neubaugebietes am „Adeldornring“. Trauriger Höhepunkt war dagegen der evangelische Kindergarten, der im April 2012 geschlossen wurde.

Der Ortsvorsteher bedankte sich bei den Mitgliedern für die stets offen und ehrlich geführten Diskussionen sowie für das erbrachte große Engagement für den Heimatort. Wie Bürgermeister Ralph Matousek betonte, gebe es durch die Kommunalwahl im Gremium personelle Veränderungen, denn einige langjährige Mitglieder stellten sich nicht mehr zur Wahl.

Andererseits werde eine Reihe neuer Mitglieder am Ratstisch Platz nehmen und gemäß dem Wählerauftrag in den nächsten Jahren mitwirken. Rückblickend auf die Wahlperiode nannte der Bürgermeister als wichtige Themen unter anderem die Kanalsanierung in Sindolsheim, die Anschaffung eines neuen Fahrzeuges für die Feuerwehr und die umfangreiche Sanierung der Außenwand am Feuerwehrgerätehaus.

Im Namen der Gemeinde bedankte sich Matousek bei den Mitgliedern des Ortschaftsrates für deren Einsatz zum Wohle der Einwohner.

Werner Vogt nicht mehr dabei

Aus dem Ortschaftsrat wurde Jörg Graser verabschiedet, der diesem zehn Jahre angehörte, wie auch Roland Hambrecht. Verabschiedet wurde auch das „Urgestein“ Werner Vogt, der 20 Jahre im Ortschaftsrat tätig war und sich mit viel Fachwissen und Engagement einbrachte. Neben der Urkunde der Gemeinde gab es zudem noch die Ehrenurkunde und Ehrennadel des Gemeindetags.

Bürgermeister Matousek richtete dann noch einige Worte an das neue Gremium und wies auf deren Rechte und Pflichten hin. Wichtig sei für ihn ein stets offenes Ohr für die Anliegen der Bürger. Es gelte, die Weichen für die Zukunft zu stellen. Matousek bezeichnete als große Aufgaben unter anderem die Weiterentwicklung der Feuerwehr und die Ausstattung aller gemeindlichen Gebäude mit einer Schließanlage.

Für Sindolsheim werde es zudem ein Sanierungskonzept für die Halle und die ehemalige Schule geben müssen, so der Bürgermeister. Ein wichtiger Punkt sei die Vermarktung der Bauplätze im „Adeldornring“. Ein wichtiger Punkt sei es zudem, noch die leerstehenden Häuser zu minimieren und die Eigentümer dazu zu animieren, im Zuge des Förderprogramms ELR die Anwesen zu sanieren und damit den Ortsmittelpunkt zu verschönern.

Rückbau zu teuer

Der scheidende Ortschaftsrat Werner Vogt bedankte sich beim Gremium für die gute Zusammenarbeit und richtete an die neu gewählten Räte den Appell, sich für das Dorf einzusetzen. Ortsvorsteher Fuchs nahm dann die Verpflichtung der Neu - und wiedergewählten Ortschaftsräte vor. Er erhielt auch für die neue Amtsperiode das Vertrauen. Uwe Schwendemann wurde zum Stellvertreter ernannt. Beim Thema „Umnutzung des Tartanplatzes“ kam Bürgermeister Matousek nochmals auf die bekannte und bereits diskutierte Ausgangslage zu sprechen. Der Platz sei in einem schlechten Zustand und werde für den Sport nicht mehr genutzt. Der Gemeindeverwaltung lag die Anfrage der Firma Vogt vor, den Platz zu erwerben und zu einem Parkplatz für die Mitarbeiter umzunutzen. Sie sagte auch zu, den Parkplatz auch für Veranstaltungen in der Halle oder am Sportgelände als Parkplatz zur Verfügung zu stellen. Von den Bürgern kam auch der Vorschlag, einen Rückbau vorzunehmen. Die Kosten hierfür bezifferte der Bürgermeister auf rund 136 000 Euro. Nachdem sich das Gremium dazu geäußert hatte, entschied es einhellig, den Platz an die Firma zu verkaufen. Dieser Entscheidung muss aber noch der Gemeinderat zustimmen.

Lebensmittelmarkt öffnet wieder

In der anschließenden Bürgerfragestunde teilte Ortsvorsteher Fuchs mit, dass der örtliche Lebensmittelmarkt, der derzeit geschlossen ist, in rund acht Tagen wieder öffnen wird. Weitere Themen waren die Parkplatzsituation in der Bofsheimer- und Altheimer Straße. Der Zustand wurde erneut bemängelt.

Zweiter Fluchtweg notwendig

Fuchs gab noch bekannt, dass das Brückengeländer in der Lammstraße sowie am Sportplatz erneuert werde. Der Auftrag wurde an die Firma Just in Eubigheim vergeben. Die Friedhofsmauer sei soweit saniert, einige Abdeckplatten fehlen noch. Die Maßnahme solle aber zeitnah fertiggestellt werden. Durch eine erfolgte Brandschau in der Schule werde der Einbau eines zweiten Fluchtweges erforderlich. Die Bauarbeiten seien für das kommende Jahr vorgesehen. Auch in der Sporthalle seien diesbezüglich Umbaumaßnahmen erforderlich. F

© Fränkische Nachrichten, Montag, 15.07.2019