Sitzung des Ortschaftsrat Hirschlanden

In der zehn Punkte umfassenden Tagesordnung der ersten Sitzung des Ortschaftsrates in diesem Jahr befasste sich das Gremium mit der Zukunft des Dorfes.

Ortsvorsteher Martin Herrmann begrüßte eine, wie er sagte „überschaubare Anzahl“ von interessierten Bürgern des Dorfes sowie Bürgermeister Gerhard Baar und Dekan Rüdiger Krauth, der zu den Punkten Finanzierung der dörflichen Koordinierungskraft und zum geplanten Neubau des evangelischen Gemeindehauses informierte.

Fragebogenaktion

Die Vorstellung der Ergebnisse der durchgeführten Bürgerbefragung war erster Beratungspunkt. Fünf Jahre nach der letzten schriftlichen Bürgerbefragung, so der Ortsvorsteher, habe die Ortschaftsverwaltung in Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde eine weitere Fragebogenaktion durchgeführt. Der Rücklauf sei nicht so gut wie bei der letzten Aktion gewesen, denn von 100 ausgegebenen Fragebögen wurden 47 ausgefüllt zurückgegeben.

Auf der Wunschliste ganz oben stehe nach wie vor der Fahrdienst, der in diesem Jahr bisher zwanzig Mal in Anspruch genommen wurde, sowie der bestehende Einkaufsdienst „ABO-Kiste“.

Die Kaffeenachmittage und das angebotene Mittagessen seien gut besucht. Weiter auf der Wunschliste standen: Friseur, Gartenarbeit und Winterdienst, „Leih-Oma“, Beratungen bei der Pflegeorganisation, Betreuung Kleinkindgruppe, PC-Kurs und Hilfe bei der Organisation des Familienalltages. Erfreulich sei auch gewesen, so Bernhard, dass sich einige Bürger jetzt zur Mitarbeit bereiterklärten. Mit Hilfe der aktuellen Wünsche und Anregungen der Einwohner wird die entsprechende Arbeitsgruppe die Ziele angleichen und neu formulieren.

Beim nächsten Punkt informierte Dekan Rüdiger Krauth über die Finanzierung der dörflichen Koordinierungskraft, deren dreijährige finanzielle Förderung durch die evangelische Landeskirche nunmehr ausgelaufen ist. Das Projekt bezeichnete Krauth als großen Erfolg und sollte weitergeführt werden, da es auch einen großen „Mehrwert“ für das Dorf bedeute. Im Rahmen der Fragebogenaktion wurde auch für den Beitritt zum Diakoniefonds geworben. Dem Fonds gehören nach der erfolgreichen Aktion nunmehr 71 Mitglieder an.

Dekan Krauth informierte auch über den Sachstand zum geplanten Neubau des evangelischen Gemeindehauses und meinte: „Die Mühlen mahlen sehr langsam.“ Bisher habe es von Seiten des Landratsamtes noch keinen Bescheid gegeben, obwohl der Bauantrag schon lange eingereicht wurde.

Arbeitseinsatz am Spielplatz

Wegen einer Mängelrüge des TÜV wurde vor wenigen Wochen am Kommunalen Kinderspielplatz an der alten Schule ein Arbeitseinsatz mit den Eltern durchgeführt. In Kürze, so der Ortsvorsteher, werde ein weiterer erforderlicher Arbeitseinsatz stattfinden.

Der Kindergarten „Unter dem Regenbogen“ nahm in den letzten Jahren einen deutlichen Aufschwung. Derzeit ist die Einrichtung bis zum Jahr 2020 ausgebucht. Wie Ortsvorsteher Herrmann feststellte, ist die Rettung des Kindergartens gelungen, wenn auch jetzt Platzprobleme bestehen. „Die gute Entwicklung spricht auch für die gute Arbeit des gesamten dort arbeitenden Teams.“

Kundgebung am 7. Juli

Der Ortsvorsteher Martin Herrmann bat die Bürger des Dorfes, dass sich möglichst viele Hirschlandener an den geplanten Kundgebungen in Osterburken und Lauda sowie an der geplanten Zugfahrt, die am 7. Juli stattfinden wird, beteiligen, um somit die Initiative von Bürgern aus dem Raum Boxberg zu unterstützen, die sich für den S-Bahnlückenschluss sowie den geforderten Stundentakt auf der Strecke von Osterburken nach Lauda und weiter nach Würzburg einsetzt. Die Inbetriebnahme des Bahnhalts in Hirschlanden würde, so Herrmann, für das Dorf hervorragende Möglichkeiten zur Weiterentwicklung bieten.

Weiterer Punkt war ein Sachstandsbericht zum Geländeerwerb für Biotope als Ausgleichsmaßnahme für die Windräder. Der Ortsvorsteher berichtete, dass sich die Verhandlungen mit den Grundstückseigentümern als etwas zäh gestalten, da viele Bedingungen an die Abgabe des Landes geknüpft sind. Inzwischen wurde vom Landschaftserhaltungsverband mitgeteilt, dass die zuständigen Stellen die Geldmittel für den Geländeerwerb bewilligt haben, und dass man dort die Umsetzung verstärkt unterstützen werde. Nach Möglichkeit sollen die Grundstückserwerbe in diesem Jahr umgesetzt werden.

Eine kurze Information zum geplanten Oldtimertreffen, das am 22. Juli in Hirschlanden stattfinden wird, gab Ortsvorsteher Hermann. Das Fest wird eine „abgespeckte Form des bisherigen Dorffestes“ sein. Die bisherigen Anmeldungen der Oldtimerfreunde seien sehr vielversprechend. Der Erlös dieses Festes wird für Projekte des Mehrgenerationendorfes verwendet.

Unter Punkt „Verschiedenes“ gab der Ortsvorsteher bekannt, dass der Festakt „150 Jahre Sängerbund Hirschlanden“ am 24. November stattfindet. Mit der Erstellung einer Informationsbroschüre über das Dorf und seine Angebote für Neubürger soll im September begonnen werden und im Herbst zur Verfügung stehen.

Bereits heute schon wies der Ortsvorsteher auf die Kommunalwahl im kommenden Jahr hin, die wahrscheinlich am 26. Mai stattfinden wird, wo es sowohl im Ortschafts- als auch im Gemeinderat einen Umbruch geben wird.

Das Schlusswort der Sitzung blieb Bürgermeister Gerhard Baar vorbehalten, der sich in seiner fast 20-jährigen Amtszeit für die stets gute und angenehme Zusammenarbeit mit dem Gremium bedankte. Er wünschte dem Ortschaftsrat, sich weiter ehrenamtlich für das Dorf und dessen Weiterentwicklung zu engagieren. Was bisher hier geleistet wurde, sei sehr beeindruckend. F

aus den Fränkische Nachrichten, Samstag, 30.06.2018