Verabschiedung von Pfarrerin Schulze

Deutlich war zu sehen, dass dieser Abschied für beide Seiten nicht leicht war. Die beliebte Pfarrerin Angelika Schulze hat im Bauland deutliche Spuren hinterlassen.

Rosenberg. Mit einem Festgottesdienst in der evangelischen Pfarrkirche und einem anschließenden Stehempfang im Saal des Rathauses wurde Angelika Schulze von ihren Gemeindemitgliedern auf herzliche Weise verabschiedet. Ihr Name, so wurde deutlich, wird insbesondere für immer mit der fünfjährigen Renovierung der Laurentiuskirche in Sindolsheim verbunden bleiben.

Den feierlichen Gottesdienst, gestalteten Dekan Rüdiger Krauth und Pfarrerin Irmtraud Fischer mit, umrahmt von Posaunenchor, Gospelchor und Kantor Park. Die Kirchenältesten aus Rosenberg und Sindolsheim verabschiedeten sich mit persönlichen Worten von ihrer Pfarrerin, überreichten einen "Notfallkoffer" mit verschiedenen Utensilien sowie eine Rose, verbunden mit den besten Wünschen für ihre neue Wirkungsstätte in der Michaelsgemeinde Rastatt.

"Fleißig und wohlstrukturiert"

Der Stehempfang im Bürgersaal des Rathauses mit vielen Ehrengästen wurde vom Posaunenchor Adelsheim/Rosenberg und mit einem gemeinsam ausgesprochenen "Toast" auf die scheidende Pfarrerin eröffnet. Dekan Rüdiger Krauth würdigte in Namen des Kirchenbezirks Adelsheim-Boxberg ihre großartige Leistung im Gemeindedienst in Rosenberg und Sindolsheim. Sie habe, wie er sagte, fleißig und wohl strukturiert gearbeitet. "Sie war eine leidenschaftliche Pfarrerin, die gerne ihren Dienst in der Gemeinde ausübte, die Gottesdienste kreativ gestaltete und trotz ihrer vielen Arbeit stets ihren Humor bewahrte."

Deutlich zu sehen sei auch, dass die Seelsorge lebe, was mit ein großer Verdienst von ihr gewesen sei. Der Dekan dankte auch dafür, dass sich Pfarrerin Schulze im Kirchenbezirk eingebracht habe. Zehn Jahre habe sie das Amt der Prädikantenbeauftragten mit großem Engagement ehrenamtlich und verlässlich übernommen, wie auch die Vakanzvertretung in Bödigheim und Eberstadt. Im Pfarrkonvent habe sich Pfarrerin Schulze ebenfalls eingebracht. Dekan Krauth dankte für den "umsichtigen und geschätzten Dienst" und wünschte Gottes Segen für den Neuanfang in Rastatt, mit der Hoffnung, dass ihr die Amtszeit im Bauland in bester Erinnerung bleiben möge.

Wie Bürgermeister Baar betonte, kam Pfarrerin Schulze vor 13 Jahren aus dem touristisch geprägten Meersburg am Bodensee ins ländliche Bauland. In Rosenberg und Sindolsheim habe sie eine ganz andere Klientel vorgefunden. "In ihrer segensreichen Arbeit hier gab es zwischen der politischen Gemeinde und der Kirchengemeinde vielfältige Berührungspunkte, wie bei der Kindertagesstätte oder auch ihrem Lehrauftrag an der Grundschule" erinnerte Baar. Angelika Schulze habe sich auch bei vielen kulturellen Veranstaltungen eingebracht.

Durch die Generalsanierung des Pfarrhauses und den Umbau der Laurentiuskirche in Sindolsheim sei sie Teil der Kirchengeschichte vor Ort geworden. "In den Chroniken wird einmal zu lesen sein, dass dies alles unter der Ägide von Pfarrerin Schulze geschehen ist." Man verliere, so der Bürgermeister, eine hervorragende Predigerin und einen Menschen, der mit einem wunderbaren Humor gesegnet sei und auch pfiffige Bemerkungen nicht scheue. Als kleines Zeichen des Dankes für die segensreiche Arbeit überreichte er Präsente, darunter ein neues Autokennzeichen mit "RA-PF 2017", was auf die neue Wirkungsstätte hinweisen soll.

Wie Sindolsheims Ortsvorsteher Jürgen Fuchs sagte, wurde Pfarrerin Schulze vor 13 Jahren mit offenen Armen in Sindolsheim empfangen. Jetzt, so Fuchs, folge der bedauerliche Abschied. In ihrer Zeit als Pfarrerin habe sie Spuren hinterlassen.

"Kirche wurde lebendiger"

"Die Gottesdienste wurden vielfältiger gestaltet, und Sie haben die Kirche lebendiger werden lassen", würdigte Fuchs. Die Renovierung des Gemeindehauses und der Laurentiuskirche werde stets mit dem Namen Schulze verbunden bleiben.

Ein trauriger Höhepunkt in ihrer Amtszeit sei dagegen die für alle bedauerliche Schließung des Sindolsheimer Kindergartens im Jahr 2012 gewesen. Fuchs bedankte sich auch im Namen aller Sindolsheimer Vereine für die stete Unterstützung bei Vereinsfesten. "Sie haben Ihren Acker in der Gemeinde gut bestellt", dankte der Ortsvorsteher der Pfarrerin, die bei ihrer "beruflichen Durchreise" in Sindolsheim auch ein Stück Heimat gefunden habe.

Im Namen der Seelsorgeeinheit verabschiedete sich Gemeindereferentin Ute Hodel mit großem Bedauern. Man habe wirklich gut zusammengearbeitet und Pfarrerin Schulze als sehr engagiert, fantasiereich und kooperativ erlebt.

Auch der Leiterin des Kindergartens "Arche", Emilie Pfeuffer, fiel der Abschied von der beliebten Pfarrerin nicht leicht, denn sie habe viel für die Einrichtung und die Mitarbeiterinnen geleistet. Viele gute Erinnerungen verbinde mit gemeinsam durchgeführten Projekten und Angeboten, insbesondere nannte sie die Zukunftskonferenz des Kindergartens. Man habe stets als Partner für die Einrichtung gearbeitet, dankte Pfeuffer auch im Namen des Teams und überreichte ein Präsent.

Jörg Böhmer, Vorsitzender des Ältestenkreises der Michaelskirche Rastatt, wohin Pfarrerin Schulze wechselt, freute sich, dass bald eine "so sympathische Person" ihren Dienst antreten werde. Sie passe, wie er sagte, bestens zu seiner Kirchengemeinde. "Man hat die richtige Entscheidung getroffen". Wie seine Vorredner wünschte er seiner neuen Pfarrerin in ihrem neuen Wirkungskreis alles Gute.

Mehr als 800 Gottesdienste

In ihrem Schlusswort bedankte sich Pfarrerin Schulze für den schönen Gottesdienst und den Empfang, den sie in guter Erinnerung behalten werde. Ihre Tätigkeit im Bauland habe ihr immer Spaß gemacht. In den 13 Jahren habe sie, wie sie sagte, mehr als 800 Gottesdienste gehalten. Sie versprach, ihre Gläubigen im Bauland auch an ihrer neuen Wirkungsstätte nicht zu vergessen.

In persönlichen Gesprächen hatten die Ehrengäste Gelegenheit, sich von Pfarrerin Schulze zu verabschieden, wobei doch so manche heimliche Träne verdrückt werden musste.

aus den Fränkische Nachrichten, Donnerstag, 31.08.2017