Bericht zur GR-Sitzung Juli 2020

GEMEINDERAT ROSENBERG TAGTE INSTANDSETZUNG DER KLÄRSCHLAMMPRESSE / HALTUNGSANKER UND VERPRESSEN DER HOHLRÄUME SOLL DENKMALGESCHÜTZTE MAUER RETTEN

Sanierung der Friedhofsmauer kostet 90 000 Euro

Sindolsheim.Eine „sportliche Tages-ordnung“ hatte der Gemeinderat in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause in der Mehrzweckhalle zu bewältigen.

Viele Tagesordnungspunkte

Souverän und sachlich führte Bürgermeister Ralph Matousek durch die Sitzung. Dazu gehörte die Vorstellung des Projektes zum flächendeckenden Ausbau von Glasfaseranschlüssen in der Gemeinde durch die BBV Deutschland GmbH, die Aufstellung einer Einbeziehungssatzung „Neue Straße“ in Hirschlanden sowie die Generalsanierung der Friedhofsmauer in Rosenberg gehörte.

Weitere wichtige Punkte waren auch die Aufwertung der Freifläche am Schwanzwiesensteg und die Weiterentwicklung des Bahnhofsareals. Der Bürgermeister und die Verwaltung wurden in den letzten Tagen mehrfach damit konfrontiert, dass die Gemeinde den Döner-Stand „vertreiben“ würde.

Bürgermeister Matousek stellte klar, dass aktuell mit dem Betreiber Gespräche geführt werden, wie die Fläche zukunftsfähig gemacht werden kann. Nach jetzigem Stand wird der sehr gut angenommene Imbiss in Rosenberg nicht schließen, worüber sich Bürgermeister Matousek sehr freute, denn Lösungen über die bestehenden Probleme und den Fortbestand wurden gefunden. Ein Punkt der Sitzung war die Abwasserbeseitigung, wo der Bürgermeister eine Information zur gemeinsamen Klärschlammpresse gab, an der die Gemeinde Rosenberg mit anderen Kommunen daran beteiligt ist. Das Gerät ist in die Jahre gekommen und zeigt einen deutlichen Sanierungsstau. Man stellte sich nun die Frage, wie es in den nächsten vier Jahren weitergeht, denn es ist eine Generalüberholung notwendig, deren Kosten sich auf 250 000 Euro belaufen, wobei ein Kostenanteil von 12 000 Euro auf die Gemeinde Rosenberg entfällt.

Da die Sitzung im Juni ausgefallen war, habe er in einer Eilentscheidung den anfallenden Sanierungskosten von 12 000 Euro zugestimmt. Er bat den Gemeinderat um Zustimmung, da es sich um eine außerplanmäßige Ausgabe handelt, die einstimmig erfolgte.

Weiteres Thema war die Aufstellung einer Einbeziehungssatzung „Neue Straße“ für das Flurstück-Nummer 5874, Neue Straße 15, im Ortsteil Hirschlanden. Den Sachverhalt erläuterte Hauptamtsleiterin Ulrike Kautzmann-Link. Aufgrund der vorherigen Beurteilung bei einem bereits vollzogenen Bauvorhaben möchte die Gemeinde Rosenberg für künftige Bauvorhaben auf dem besagten Grundstück der Empfehlung der Baurechtsbehörde folgen und eine entsprechende Satzung erlassen.

Aus diesem Grund soll am südöstlichen Ortsrand von Hirschlanden das im Außenbereich gelegene Grundstück im Rahmen dieser Satzung in den im Zusammenhang bebauten Ortsteil einbezogen werden. Auch ist der Grundstückseigentümer mit diesem Anliegen an die Gemeinde herangetreten. Ziel und Zweck der Planung, so Kautzmann-Link, sei es, in abgerundeter Form ein zu Wohnbauzwecken genutztes Einzelgrundstück in den im Zusammenhang bebauten Ortsteil am unmittelbaren Siedlungsrand von Hirschlanden einzubeziehen. Ohne Diskussion beschloss der Gemeinderat einstimmig, die Aufstellung der Einbeziehungssatzung „Neue Straße“ im Ortsteil Hirschlanden im vereinfachten Verfahren, sowie die Freigabe des vorgelegten Entwurfs zur Beteiligung der Öffentlichkeit und der Träger öffentlicher Belange.

Erbaut 1850

Die dringend erforderliche Generalsanierung der Friedhofsmauer am alten Friedhof wird für die Gemeinde eine teure Angelegenheit. Wie den umfangreichen Ausführungen von Bürgermeister Matousek zu entnehmen war, ist im Frühjahr diesen Jahres ein Teil aus der Jahre um 1850 erbauten denkmalgeschützten Friedhofsmauer am alten Friedhof in Rosenberg herausgebrochen.

Um das Jahr 1880 wurde die Bahnlinie erstellt. Die Mauer entlang der Bahn ist zweigeteilt. Der obere Teil wurde nachträglich aufgebaut. Das Jahr dieser erfolgten Erhöhung ist jedoch unbekannt. Mit einer erfolgten Kostenschätzung wurden zunächst die Varianten für einen Abbruch, Teilwiederaufbau und Wiederaufbau ermittelt und mit der dem Baurechtsamt als untere Bau-rechtsbehörde besprochen.

Da dieser Teil der Mauer parallel zur Bahnlinie verläuft und durch Container derzeit verdeckt ist, besteht aus Sicht der Verwaltung keine ortsbildprägende Sichtweise. Die Denkmalpflege Karlsruhe hat zur weiteren Beurteilung eine denkmalrechtliche Untersuchung auferlegt. Das Gutachten von Professor Dr. Schwing bringt nun weitere Erkenntnisse und damit einen Handlungsleitfaden, sagte der Bürgermeister. Das Fundamten der Mauer ist tragfähig und intakt. Die Mauer ist doppelt aufgesetzt und in der Mitte mit Mörtel und Steinen verfüllt. Die vordere Mauerscheibe hat sich in der gesamten Länge von der Mauermitte gelöst. Der Mörtel zwischen den Steinen ist nicht mehr vorhanden.

Die Sanierung erfolgt durch eine Verpressung der Hohlräume, die Schaffung von Haltungsankern und einer Neuverfugung der Mauersteine. Die Kostenschätzung beläuft sich auf rund 90 000 Euro brutto, inklusive der Ingenieurleistungen. Für das Frühjahr 2021 war die Erneuerung des Abwasserkanals am BAG Lagerhaus angedacht, der direkt unterhalb der 30 Meter langen Friedhofsmauer verläuft. Durch diese Baumaßnahme besteht die Gefahr, dass die Friedhofsmauer im gesamten Bereich einstürzt. Aus diesem Grunde, so der Bürgermeister, müssen die Sanierungsarbeiten an der Friedhofsmauer vorher erfolgen. Die errechneten Sanierungskosten von 90 000 Euro haben die Verwaltung „geschockt“, mit denen man nicht rechnete, denn sie sind im Gemeindehaushalt 2020 nicht geplant.

Verschiedene Zuschussanträge sollen gestellt werden. Mit diesen sollte es gelingen, eine rund 50-prozentige Förderung für diese notwendige Maßnahme zu erhalten. Aufgrund der zeitlichen Dringlichkeit mit der Kanalsanierungsmaßnahme und der beantragten Förderung soll mit der Sanierung der Friedhofsmauer ein vorzeitiger Baubeginn beantragt werden. Der Gemeinderat nahm den Sachverhalt zustimmend zur Kenntnis und ermächtigte die Gemeindeverwaltung nach der Beantragung der Zuschüsse und dem Vorliegen der Unbedenklichkeitsbescheinigung der Zuschussgeber die Baumaßnahme beschränkt auszuschreiben. F

© Fränkische Nachrichten, Donnerstag, 30.07.2020