Busse in Hirschlanden fahren jetzt einige Minuten früher

Die Schülerbeförderung sorgte in Hirschlanden schon lange für Probleme. Im Mai fand eine „Krisensitzung“ des Ortschaftsrates statt, in der Eltern ihren Unmut äußerten. Mit dem Ende der Pfingstferien hat sich der Fahrplan dann verbessert.

Mehrere Eltern äußerten in der Ortschaftsratssitzung im Mai in Hirschlanden ihren Unmut über die Schülerbeförderung. Mit dabei waren neben dem Ortsvorsteher Martin Herrmann auch der Rosenberger Bürgermeister Ralph Matousek, das ehemalige Gemeindeoberhaupt aus Ahorn, Elmar Haas, sowie Dirk Schäfer und Elmar Brümmer vom Fachbereich Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) des Landratsamtes Neckar-Odenwald-Kreis. Sie hörten sich die Probleme der Eltern in Bezug auf die Beförderung ihrer Kinder zu den Schulen in der Region an (die FN berichteten).

Bahn verpasst

Ein zentraler Punkt war, dass der Bus, welcher die Kinder morgens nach Rosenberg an den Bahnhof fahre, oft zu spät dran sei und dadurch die Frankenbahn am Rosenberger Bahnhof nicht mehr rechtzeitig erreicht werde.

Ortsvorsteher Martin Herrmann erinnert sich: „Eine Situation, die mir geschildert wurde, war, dass die Kinder im Bus in Rosenberg an der geschlossenen Schranke standen und der Zug ihnen vor der Nase wegfuhr, weil sie nicht mehr auf die andere Straßenseite und zum Gleis kamen.“

In solchen Fällen hätten die Schüler ihre Eltern angerufen, die sie in Rosenberg abholten und in die Schule gefahren haben. „Die Eltern, die zu dieser Zeit bereits arbeiten mussten, hatten für diesen Fall schon organisiert, dass andere Eltern, die noch jüngere Kinder haben, ihre Kinder mit in die Schule nehmen.“

Die Alternative wäre, dass die Schüler rund eine Stunde am Bahnhof in Rosenberg auf den nächsten Zug warten. Gerade im Winter, wo die Bahn öfter nicht rechtzeitig kam oder ganz ausfiel, sei das nicht akzeptabel. Zumal es am Rosenberger Bahnhof auch keinen Unterstand für die Kinder gebe.

Lösung gefunden

Diese Situation wurde nach den Pfingstferien nun durch Fahrplananpassungen entschärft. „Jetzt fahren die Busse nach Rosenberg drei bis vier Minuten früher, so dass der Anschlusszug nicht mehr verpasst wird“, erklärt Martin Herrmann. „Seither kam es nur noch zwei Mal vor, dass der Zug verpasst wurde.“

Er hob auch die Unterstützung von Seiten des Landratsamtes hervor, welches sich wegen der Probleme mit der Bahn im Austausch befand. „Das Landratsamt hat einen Vertrag mit der Frankenbahn, der besagt, dass die Stationen bedient werden müssen. Sie sind sehr dahinter, dass dies auch geschieht“, sagte der Ortsvorsteher.

Sollte es nun doch wieder zu Ausfällen oder Verspätungen kommen, sagen die Eltern beim Schulträger Bescheid, die in die Fahrplangestaltung involviert sind. Die Schulen geben die Beschwerden an das Landratsamt weiter.

Busverbindung nach Ahorn

Ein weiteres Problem, das in der Ortschaftsratssitzung angesprochen wurde, war die Busverbindung zum Lernhaus Ahorn. Die Kinder aus Hirschlanden müssen aktuell mit dem Bus nach Rosenberg an den Bahnhof fahren, um von dort mit der Bahn nach Eubigheim zu kommen, obwohl ein Linienbus Kinder aus Hohenstadt nach Ahorn bringt. Dieser hält aber nicht in Hirschlanden. „Eine unsinnige Situation“, beschwert sich Herrmann.

Daher sei man in Gesprächen mit Elmar Haas, der sich diesem Problem angenommen hat. Die Busverbindung werde von der Gemeinde Ahorn beauftragt. Haas wolle nun mit dem Busunternehmen Hettinger reden und eine Lösung finden, damit die Kinder aus Hirschlanden auch mitgenommen werden.

Ein großer Wunsch von Ortsvorsteher Martin Herrmann ist es, „abgehängte Dörfer wie Hirschlanden“ wieder an die Bahnstrecke anzugliedern. Es müsse erreicht werden, dass auf der Zugstrecke von Osterburken nach Lauda alle auf der Strecke liegenden Bahnhöfe wie Hirschlanden oder Boxberg bedient werden. So wäre die Situation für die Schüler, die zur Realschule Boxberg oder Schulen in Bad Mergentheim und Lauda müssen, einfacher. „Auf der Strecke von Osterburken nach Mosbach wird auch fast jeder Bahnhof angefahren“, merkt er an.

Außerdem wünscht er sich einen engeren Fahrplan, so dass die Schüler, selbst wenn der Zug einmal nicht kommt, keine Stunde mehr am Gleis stehen oder ihre Eltern anrufen müssen.