Die „goldene Hochzeit“ zwischen Rosenberg und Bronnacker wurde gebührend gefeiert

Bürgermeister Ralph Matousek, Ortsvorsteherin Katrin Wölfel (Bronnacker) und Ortsvorsteher Sven Baumann (Rosenberg) (v. r.) pflanzten zum Jubiläum eine Säuleneiche.

Rosenberg. (F) 1971, also vor 50 Jahren, sind die beiden früheren selbstständigen Gemeinden Rosenberg und Bronnacker eine Ehe eingegangen, und sie leben heute noch glücklich zusammen. Die „goldene Hochzeit“ wurde jetzt im Beisein vieler Bürger aus Rosenberg und Bronnacker bei einer Baumpflanzaktion an der Landstraße gebührend gefeiert.

Bürgermeister Ralph Matousek blickte dabei auf die Gemeindereform der 1970er-Jahre in Baden-Württemberg zurück. Mit der Pflanzung eines Baumes wolle man an den Tag des Zusammenschlusses erinnern. Wie Matousek weiter betonte, sei die Reform von der damaligen Landesregierung ausgegangen und habe zum Ziel gehabt, leistungsfähige Gemeinden zu bilden und damit die Verwaltungskraft für die Bürger vor Ort zu stärken.

Blicke man aus heutiger Zeit zurück, sei es damals durch den minimalistischen Aufbau schlicht unmöglich gewesen, qualifizierte Dienstleistungen auf verschiedenen Gebieten des öffentlichen Rechts für die Bürgerschaft vor Ort zu erbringen. Heute wäre dies kaum noch vorstellbar und leistbar. Auch die Finanzkraft der kleinen Gemeinden sei überaus bescheiden gewesen. Die Gemeindereform der 1970er-Jahre sei notwendig gewesen und müsse heute als erfolgreich beurteilt werden, so der Bürgermeister.

Was aber auf dem Papier logisch erscheint, müsse aber auch menschlich zusammenpassen und zusammenwachsen. Denn die Menschen seien die tragende Säule dieser Gemeinschaft, die von den Menschen gelebt werden müsse.

Wenn man den Zusammenschluss mit einer Ehe vergleiche, so Matousek, habe man vor 1971 schon zusammengelebt und sich „ungefiltert“ getestet – sei es beim Schulbesuch, in den beiden Rosenberger Pfarreien, im Lagerhaus oder bei den Handwerks- und Lebensmittelbetrieben. Denn die vielen persönlichen Verbindungen habe für die Bürgerschaft von Bronnacker eine große Bedeutung gehabt.

Rückblickend sei der Zusammenschluss mit Rosenberg die richtige Entscheidung für die Bürger. Wenn diese Verbindung ohne Krach und Streit auch noch 50 Jahre halte, dann könne man durchaus auf eine erfolgreiche Zeit zurückblicken.

Mit der Pflanzung einer Säuleneiche zwischen den beiden Ortsteilen soll, wie Matousek sagte, das Band nun neu geknüpft werden – das „Eheversprechen“ soll erneuert werden. Die tragende Säule der Gemeinschaft seien die Menschen, die die Gemeinschaft mit Leben erfüllten. Dazu gehörten Mut, Begeisterung und viel Liebe dazu, etwas in den Dörfern zu erreichen. Und das für das Gemeinwohl, so der Bürgermeister. Die Eiche stehe symbolisch für die Standfestigkeit, damit dieses Band zwischen den beiden Ortsteilen bestehen bleibe. Um die Zukunft sei es ihm nicht bange, sagte Matousek und schritt anschließend mit Ortsvorsteherin Katrin Wölfel (Bronnacker) und Sven Baumann (Rosenberg) zur Tat, um mit ihnen gemeinsam den neuen Baum zu pflanzen.

Abschließend bedankte sich Matousek bei den Ortschaftsräten von Bronnacker und Rosenberg, die die Veranstaltungen rund um dieses kleine, aber bedeutende Erlebnis organisiert hatten. Er schloss in seinen Dank auch alle Personen mit ein, die sich mit kreativen Ideen und helfenden Händen an diesem Jubiläum beteiligten.

Rosenbergs Ortsvorsteher Sven Baumann richtete anschließend einen Blick in das Jahr 2051. Er wünschte sich eine weitere gute Zusammengehörigkeit der beiden Ortsteile. Die Zukunft für beide Orte habe bereits vor 50 Jahren mit dem erfolgreichen Zusammenschluss begonnen. Man dürfe gespannt sein, was die Zukunft bringen werde. Die bereits sehr lange bestehende Harmonie der Ortsteile und seiner Bürger soll nicht verloren gehen. Durch die Verbindung zu Kindergarten und Schule entständen auch weiterhin neue private Kontakte, die sicherlich auch über Jahrzehnte hinweg Bestand haben werden. Vielleicht könne man, so Baumann, in absehbarer Zeit weitere gemeinsame Projekte angehen.

Sein Dank galt der Gemeinde Rosenberg für die Stiftung des Eingemeindungsbaums sowie Ortschaftsrat Willi Gammerdinger (Bronnacker) für die Organisation dieser Feier. „Visionen kann und darf man haben, aber an Visionen kann und soll man auch arbeiten und zwar gemeinsam. Beginnen wir gleich heute damit“, sagte Baumann abschließend.

Die Feierstunde wurde musikalisch vom Posaunenchor Adelsheim-Rosenberg umrahmt. Sie fand mit dem „Badnerlied“ ihren Abschluss. Mit einem Glas Sekt stieß man anschließend auf diesen historischen Tag im Bauland an, an den sich die anwesenden Kinder in 50 Jahren noch sicherlich gut erinnern werden, denn dann wird die gepflanzte Eiche zu einem großen „Erinnerungsbaum“ gewachsen sein.