Elfriede Geiger erhielt das Bundesverdienstkreuz

Rosenberg. (F) Das Ehrenamt zieht sich wie ein roter Faden durch das Leben von Elfriede Geiger, die in Rosenberg eigentlich nur unter dem Namen "Elli" bekannt ist. Für ihre jahrelangen Verdienste wurde sie nun ausgezeichnet. In einem kleinen Kreis von Ehrengästen überreichte Minister Peter Hauk Elfriede Geiger das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Sie ist die zweite Bürgerin Rosenbergs, die diese ehrenvolle Auszeichnung erhält.

"Für die Gemeinde ist diese Verleihung ein besonderer Tag, und es ist zudem eine große Ehre, dass das Bundesverdienstkreuz heute an eine ,Rouschebercherin‘ verliehen wird", sagte Bürgermeister Ralph Matousek, der neben dem Ehepaar Elfriede und Jürgen Geiger Minister Peter Hauk, Landrat Dr. Achim Brötel, Ehrenbürger Gerhard Baar mit Frau Ute, Ortsvorsteher Sven Baumann und Pfarrerin Nicole Berreswill begrüßte. Man sei zudem erleichtert, dass die Verleihung in Präsenz erfolgen könne, denn alles andere wäre diesem Anlass nicht gerecht geworden.

Das Ehrenamt ziehe sich wie ein roter Faden durch das Leben von Elfriede Geiger. Sie habe sich in vielen öffentlichen Bereichen über Jahrzehnte ehrenamtlich engagiert – und das "ohne groß Aufhebens um ihre Arbeit zu machen", betonte Matousek. Herausragend sei ihr Engagement vor allem dabei gewesen, jungen Menschen zu einem guten Lebensweg zu helfen. Elfriede Geiger schaue nicht weg, sondern helfe mit aller Kraft denen, die Hilfe nötig haben. Deshalb habe sie diese Ehrung mehr als verdient.

Wie Landrat Dr. Achim Brötel sagte, habe er beim Aktenstudium selten so viele Stellungnahmen gelesen, aus denen uneingeschränkte Wertschätzung, Hochachtung, ja sogar Bewunderung über einen Menschen spricht wie über "Elli" Geiger. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier habe absolut die Richtige getroffen. Es sei schön, dass nicht nur Stars und Sternchen aus Film und Fernsehen geehrt würden, sondern auch solche Personen, die abseits der großen Schlagzeilen leuchten, dort aber umso wirkungsvoller die Dunkelheit erhellen.

Bei allem, was Elli Geiger getan hat und weiterhin tut, habe sie aber sicher nicht einmal im Entferntesten daran gedacht, dafür eine Ehrung zu erhalten – und dazu noch die höchste, die der Staat überhaupt zu vergeben hat. Sie habe vielmehr aus christlicher Verantwortung heraus gehandelt und sei zu einem wahren Segen für viele Mitmenschen geworden. "Es ist einfach schön, liebe Frau Geiger, dass es Sie gibt", so Brötel und gratulierte im Namen des Neckar-Odenwald-Kreises, der Kollegen des Kreistags und der Landkreisverwaltung.

Mit seinen persönlichen Glückwünschen verband er auch Worte des Dankes. Denn es sei außergewöhnlich, sich in einem solchen Maße ehrenamtlich für andere und damit für die Allgemeinheit zu engagieren. Geiger sei eine echte Mutmacherin für das Ehrenamt, hob der Landrat hervor und überreichte als "Kraftquelle" eine Auswahl erlesener Honigprodukte und weiterer Präsente.

Mehr als eine halbe Stunde dauerte die Laudatio, in der anschließend Minister Peter Hauk auf die großen Verdienste der Geehrten einging. Es gebe in unserer Gesellschaft selten solche Menschen wie Elli Geiger, die sich so für das Ehrenamt und für die Mitmenschen einsetzen. Das habe sie in den letzten 30 Jahren mit großem Engagement getan, wobei sie sich mit ihrer sozialen Ader für die Bürgerschaft eingebracht habe.

In einem Rückblick ging er auf die besondere Lebensleistung Geigers ein. Seit 1974 sei sie in der dörflichen Gemeinschaft fest verwurzelt und in verschiedenen Bereichen engagiert. Hauk erwähnte auch die Flüchtlingskrise 2015. Elli Geiger habe vom ersten Tag in der neu gegründeten "Helfergruppe Asyl" in Rosenberg mitgearbeitet und sich in besonderer Weise für die geflüchteten Frauen eingesetzt. Ein weiterer Akt der Menschenliebe sei auch die jahrelange Betreuung von Kindern aus Tschernobyl gewesen.

Zudem habe sie sich mehr als 20 Jahre als Gemeinderätin kommunalpolitisch für die Bürger eingesetzt. Dabei habe sie sich um viele Projekte wie den Bau des Rosenberger Rathauses, die Sanierungsmaßnahmen im Ortskern sowie den Neubau des Kindergartens verdient gemacht. Auch das 2014 entstandene Bürgermobil trage ihre Handschrift.

In der evangelischen Kirchengemeinde sei sie zudem 30 Jahre lang als Kirchenälteste – davon 23 Jahre als Vorsitzende – tätig gewesen. Seit nunmehr 30 Jahren sei sie auch in der Frauenarbeit im Bezirk und in der Ökumene tätig. Sie leite zudem heute noch den evangelischen Frauenkreis in Rosenberg.

Für Geigers besondere Lebensleistung zollte Hauk seinen besonderen Respekt und dankte ihr ganz besonders. Unter dem Beifall der anwesenden Ehrengäste überreichte er ihr das Bundesverdienstkreuz sowie die dazugehörende Ehrenurkunde.

Elfriede Geiger sagte in ihren Dankesworten, dass sie von dieser hohen Auszeichnung überrascht gewesen sei. Sie habe in über 30 Jahren die ehrenamtliche Arbeit immer gerne gemacht und sehr viel dabei gelernt. Sie trage die Auszeichnung als Werbung für das Ehrenamt und für eine Wertegemeinschaft mit besonderem Stolz.

Ralph Matousek bedankte sich abschließend bei allen Mitwirkenden und verlieh seinem Wunsch Ausdruck, dass Elli Geiger mit ihrem ehrenamtlichen Engagement der Gemeinde noch lange erhalten bleibe, und überreichte ein Geschenk der Gemeinde. Nach dem Eintrag aller Anwesenden in das goldene Buch der Gemeinde klang der Abend mit einem kleinen Stehempfang bei guten Gesprächen und vielen Erinnerungen aus.