GR-Sitzung Januar 2020 - Medienentwicklung auf dem Programm

Gemeinderat Rosenberg Blutspender geehrt / Ab 2021 werden Ehrennadeln für bürgerliches Engagement verteilt

Eine umfangreiche Tagesordnung hatte der Rosenberger Gemeinderat am Dienstagabend zu bewältigen. Bürgermeister Ralph Matousek begrüßte die vielen Zuhörer und nahm die Ehrung der Blutspender vor. Zusammen mit Walter Baumann als Vertreter des DRK-Ortsvereins lobte er das ehrenamtliche Engagement und „die große Mitmenschlichkeit“. Diese könne nicht hoch genug gewürdigt werden. Matousek bedankte sich bei den Blutspendern für diese Leistung und schloss in seinen Dank auch die ehrenamtlichen Helfer des DRK-Ortsvereins für die alljährliche Durchführung des Blutspendetermins ein. Für zehnmaliges Blutspenden wurde geehrt: Lena Wagner, Klaus Gaukel, Reiner Hambrecht, Michael Rau und Caroline Wendel. Für ihre 25. Spende wurden Gudrun Gerner und Harry Walch und für seine 75. Blutspende wurde Reinhold Griebaum ausgezeichnet.

Genehmigung erteilt

„Noch einmal, und hoffentlich letztmals, steht der Bebauungsplan ,Mühlgärten’ im Ortsteil Sindolsheim auf der Tagesordnung“, sagte Hauptamtsleiterin Kautzmann-Link bei ihren Erläuterungen zum nächsten Thema. Nach mehreren Offenlegungen habe der Gemeinderat in der vorherigen Sitzung am 10. Dezember die nochmals eingegangenen Stellungnahmen aus der erneuten Offenlegung und der Behördenbeteiligung abgewogen. Der Satzungsbeschluss konnte zu diesem Zeitpunkt noch nicht gefasst werden, da die aufgrund des Eingriffs in das Überschwemmungsgebiet erforderliche Ausnahmegenehmigung durch die Untere Wasserbehörde des Landratsamtes noch nicht vorlag. Diese wurde mittlerweile erteilt, so dass der Gemeinderat einstimmig den überarbeiteten Entwurf des Bebauungsplans „Mühlgärten“ sowie die Satzung des Plangebietes billigte. Bürgermeister Matousek freute sich, dass dieses Thema nunmehr erledigt ist. Mit der beschlossenen Erweiterung betreibe man eine aktive Wirtschaftsförderung und ermögliche der ansässigen Firma Vogt eine Betriebserweiterung, durch die neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

Grundstücke erworben

Weiteres Thema war das Bebauungsplanverfahren „Bei den drei Morgen“. Für die Grundstücke in diesem Bereich im Ortsteil Rosenberg hat der Gemeinderat am 16. Mai 2017 ein Baulandumlegungsverfahren angeordnet und einen Umlegungsausschuss gebildet. Zwischenzeitlich, so der Bürgermeister, wurden alle Grundstücke, die für die Bildung und Erschließung der Bauplätze notwendig sind, von der Gemeinde erworben, so dass die Einleitung des Umlegungsverfahrens nicht mehr erforderlich ist. Ein-stimmig beschloss der Gemeinderat den damals getroffenen Anordnungsbeschluss aufzuheben und den gebildeten Ausschuss aufzulösen.

Ehrenordnung geplant

Weiterer Tagesordnungspunkt war der Erlass einer Ehrenordnung, die es bisher noch nicht gibt. Die Gemeindeverwaltung möchte damit den Stellenwert des Ehrenamtes und des bürgerlichen Engagements unterstreichen und eine Regelung hierfür treffen, erklärte Bürgermeister Matousek. Auch sollen besondere Leistungen mit einer Ehrung gewürdigt werden. Die neuen goldenen und silbernen Ehrennadeln sollen ab 2021 in separaten Veranstaltungen übergeben werden. Das Gremium stimmte dem Vorschlag zu, forderte jedoch eine Überarbeitung des derzeitigen Entwurfes. Die neuen Vorschläge werden dann in der nächsten Sitzung behandelt.

 

Einstimmig beschlossen wurde auch, dass für die „Abwasserbeseitigung“ ein neues Fahrzeug beschafft wird. Der Gemeinderat hat sich für den Kauf eines gebrauchten Fahrzeuges der Firma Nenninger Osterburken zum Preis von 14 245 Euro entschieden. Damit wird das mehr als elf Jahre alte Fahrzeug ersetzt, dass an den Gemeindebauhof übergeben wird und dort ein Fahrzeug ersetzt, das aus dem Jahre 2001 stammt.

Konzept für Dorfentwicklung

Für den Ortsteil Sindolsheim soll eine Grobanalyse als Konzept zur weiteren Dorfentwicklung erstellt werden. Dies dient als Antrag zur Aufnahme in das ELR-Programm und zeigt Handlungsfelder und Defizite auf und ist eine erste Arbeitsgrundlage zur Dorfentwicklung, erläuterte Matousek. Für den Ortsteil Rosenberg wurde 2019 eine solche Grobanalyse beauftragt und fertiggestellt. Jetzt soll Sindolsheim, nach fast 40 Jahren, neu betrachtet werden, da das dortige Konzept aus dem Jahre 1981 stammt und viele Maßnahmen um die Marktstraße realisiert wurden. Die Gemeindeverwaltung hat im Jahr 2019 zusammen mit dem Büro IFK und Ortsvorsteher Jürgen Fuchs eine erste Begehung unternommen. Das Pauschalhonorar von IFK, so der Bürgermeister, für die Erstellung des Grobanalyse-Konzeptes beläuft sich auf brutto 7568 Euro. Die Maßnahme ist im Haushalt 2020 finanziert. Wie Matousek ergänzte, möchte man sich im Ortsteil Sindolsheim auch der Innenentwicklung des Dorfes in den nächsten Jahren widmen und nicht nur Neubaugebiete erschließen. Der Gemeinderat ermächtigte einstimmig die Verwaltung, den Planungsauftrag mit dem Büro IFK abzuschließen.

Ein „Relikt aus alter Zeit“ wurde anschließend behandelt. Die Satzung über die Aufhebung der Satzung über die Gebührenerhebung für die Vatertierhaltung und für die künstliche Rinderbesamung wurde einstimmig beschlossen. Diese vorhandene „alte“ Satzung ist heute nicht mehr von Bedeutung, weshalb die Verwaltung die Aufhebung vorschlägt. Der Gemeinderat folgte einstimmig diesem Vorschlag.

Weiterer Punkt war die Annahme der Spenden in Höhe von 9990 Euro, welche die Gemeinde im vergangenen Jahr erhalten hat und vom Gremium bewilligt wurde. Zum Abschluss der Sitzung informierte Bürgermeister Matousek darüber, dass am 2. April zusammen mit den Grundschülern eine Platzaktion von 1000 Bäumen durchgeführt wird. Über ein positives Ergebnis informierte er beim geplanten Dorfladen. Bisher haben 180 Personen 420 Anteile mit einem Betrag von rund 85 000 Euro gezeichnet. Dies sei ein weiterer Meilenstein in der alsbald geplanten Wiedereröffnung.

Ein aktueller Stand über den Alltag in der Grundschule gehörte am Dienstabend ebenfalls zur umfangreichen Sitzung des Rosenberger Gemeinderates (wir berichteten). Bürgermeister Ralph Matousek betonte, dass die Grundschule eine wichtige Einrichtung für die Gemeinde ist. Deshalb fand im vergangenen Jahr ein reger gemeinsamer Austausch der Verwaltung mit der Rektorin Deborah Jährling über die Situation der Grundschule und deren zukünftigen Weiterentwicklung statt.

Bewegung und Ernährung

In ihrem Rück- und Ausblick sagte die Rektorin, dass in der einzügigen Grundschule, deren Schwerpunkt auf der Bewegungserziehung liegt, derzeit 47 Kinder aus allen Ortsteilen in den Unterricht gehen. Jede Klasse hat ihr eigenes Klassenzimmer, wobei es in fast jedem Zimmer eine zusätzliche Computerecke gibt. Außerdem verfügt die Schule über eine modern eingerichtete Schulküche, einen Bewegungsraum und weitere Räume für Lager und Kopierer. Die Einrichtung ist seit fast 20 Jahren eine „bewegte“ und gesunde Schule. Es mussten einige Fortbildungen durchlaufen werden, um schließlich das notwendige Zertifikat zu erhalten. Derzeit nimmt die Schule am Projekt „fit4future“ teil, ein von der DAK-Krankenkasse unterstütztes Bewegungsprogramm. Durch diese Teilnahme erhält die Schule, so die Rektorin, viele verschiedene Spielgeräte für die Bewegungspausen. Ein weiterer Schwerpunkt werde auf eine gesunde Ernährung gelegt. Bei der Durchführung der bundesweiten Vergleichsarbeiten sind die erzielten Ergebnisse der Schule durchweg positiv, sagte Jährling. Man habe kaum einen Schüler, der sich in der schlechtesten Kompetenzstufe befindet. Zudem erhalte das Lehrerkollegium, das durchweg aus Lehrerinnen bestehe, bei der Kooperation mit den weiterführenden Schulen immer eine positive Rückmeldung für die Schüler. Seit vielen Jahren kooperiert die Schule auch mit den beiden Kindergärten in der Einheitsgemeinde. Regelmäßig nehmen die Grundschüler an Wettbewerben und Ausstellungen teil und es gab schon viele Preisträger.

Bücher in allen Klassenzimmern

Großen Wert wird auch auf die Leseförderung in allen Klassen gelegt. In allen Klassenzimmern gibt es ein großes Angebot an altersgerechten Büchern, zudem kommt einmal im Monat die Mediathek aus Hirschlanden zur Schule. Rektorin Jährling gab in ihrem interessanten Beitrag noch eine Information über die vielfältigen und unterschiedlichsten Veranstaltungen. Wie sie weiter informierte, arbeitet sie im Moment mit Bürgermeister Matousek an der Erstellung eines Medienentwicklungsplanes, wo ein vorgegebener vielstufiger Plan durchzuarbeiten ist, um in den Genuss einer weiteren Schulförderung zu kommen.

Jährling wagte auch einen Blick in die Zukunft der kleinen Schule im Dorf, die, wie sie sagte, für die Gemeinde Rosenberg ein großer Vorteil ist. „Die Kinder haben einen kurzen Schulweg und werden auch nicht von älteren Schülern beeinflusst.“ Ihr größter Wunsch ist es, dass die Schule in Zukunft erhalten bleibt, sagte sie abschließend.

 

Für Bürgermeister Matousek war es wichtig zu betonen, dem Gemeinderat einen Überblick über die Situation der Schule zu geben, wo auch ein enger gemeinsamer Kontakt sehr wichtig ist und zu einer guten Zusammenarbeit beiträgt. Die gemeinsame weitere Arbeit bestehe auch weiter darin, die Schule auch zukünftig lebenswert zu machen und zu erhalten. In den Redebeiträgen lobten die Gemeinderäte die Arbeit der Lehrerinnen an der Grundschule.

Der Bürgermeister teilte noch mit, dass sich in der Sitzung im Februar die beiden Kindergärten in Rosenberg und Hirschlanden dem Gemeinderat vorstellen und über ihre Arbeit berichten.