Medienplan Grundschule: Stabiles W-LAN in jedem Klassenzimmer

Mit zusätzlichen Endgeräten, Servern und Monitoren macht Rosenberg die Grundschule fit für die digitale Zukunft.

Rosenberg. Nur einige Kinder aus der Notbetreuung tummeln sich auf den Spielgeräten vor der Rosenberger Grundschule. Ansonsten ist es ungewohnt still auf dem Schulhof. So still, dass man ein Bohrgeräusch hört: Im Schulgebäude sind Handwerker bei der Arbeit.
Hinter den Tafeln in den vier Klassenzimmern werden riesig wirkende 75-Zoll-Monitore montiert, auch die Aufhängungen für Router und Switches werden in den Klassenräumen angebracht. Neben den vier Großbildschirmen wurden zehn zusätzliche mobile Endgeräte – zwölf Laptops sind schon vorhanden – für die Schüler und vier Lehrer-Arbeitsplätze angeschafft. Eine ebenfalls neue Kommunikationsplattform soll die Kooperation zwischen Lehrern und Eltern verbessern.

Medienkonzept wird umgesetzt

Das alles geschieht im Rahmen eines Medienentwicklungskonzepts, das die Gemeinde als Schulträger zusammen mit dem Kreismedienzentrum, dem Kollegium und den Elternvertretern entwickelte und nach der Gemeinderatsentscheidung im Januar jetzt umsetzt. Knapp 40 000 Euro investierte die Gemeinde so in die Zukunftsfähigkeit der Schule. Dazu gab es 10 000 Euro Zuschuss.

Grundsätzlich soll mit den neuen digitalen Möglichkeiten der Unterricht bereichert werden. Neue pädagogische Ansätze können so umgesetzt werden – auch jenseits von Corona und Videounterricht. Doch ganz klar passt die Ausstattung in die Zeit: Wenn es notwendig wird, dann können die sechs Lehrkräfte mithilfe der neuen Medien digital unterrichten.
 

„Dafür schaffen wir jetzt die Voraussetzungen“, so Bürgermeister Ralph Matousek in einem FN-Gespräch mit Schulleiterin Deborah Jährling und einigen Müttern. „Wir sorgen für stabiles W-LAN in jedem Klassenzimmer. Ziel ist es, die Voraussetzungen für den Videounterricht zu sichern.“ Das könnte auf Dauer nötig werden, wenn die Inzidenzzahlen im Landkreis weiter ansteigen.

„Lernpäckchen“ für daheim

Bislang lernten die Rosenberger Grundschüler allerdings noch nicht am heimischen Bildschirm. Stattdessen gab und gibt es „Lernpäckchen“ für jeden Schüler: Die Lehrerinnen bringen die Aufgaben persönlich zu den Kindern nach Hause – kein Problem in der kleinen, familiären Schule mit insgesamt 49 Schülern.

 

Das finden die Mamas richtig gut, wie sie im Gespräch mit den FN berichten. So bleibe man im Kontakt und könne die Lehrerin wenigstens kurz an der Tür sprechen, lobt eine Mutter. „Die Lehrer sind superbemüht, das ist toll. Ich weiß von Schulen, da hört man gar nichts.“

 

Die Päckchen könnten von den Kindern dann abgearbeitet werden, wann es passt. Das sei gerade für berufstätige Eltern manchmal einfacher, als ihr eigenes Homeoffice mit festen Terminen des Videounterrichts für den Nachwuchs unter einen Hut zu bringen.

Ein anderes Problem sei bislang gewesen, dass nicht jedes Kind daheim die nötige Ausstattung für den Videounterricht habe, weiß Rektorin Deborah Jährling. Eine Mutter gibt zu bedenken, dass ein Grundschulkind dem Unterricht per Video nur schwer allein folgen könne. „Da muss man dabei sein“. Außerdem sei man auf eine stabile Internetverbindung daheim angewiesen, was ebenfalls nicht selbstverständlich sei.

Wechselmodell startet

Dennoch: Corona könnte es erzwingen, Videounterricht zumindest zeitweise einzusetzen. Aktuell geht Deborah Jährling noch von einem Wechselmodell ab diesem Montag aus: Ein Teil der Schüler sitzt montags, dienstags und mittwochs im Klassenzimmer, der andere arbeitet daheim seine Aufgaben „per Lernpäckchen“ ab. Donnerstag und Freitag ist es anders rum. In der Woche drauf wird „getauscht“.

Die für den Präsenzunterricht ab sofort nötigen Schnelltests sind schon da, berichtet Ralph Matousek. „Es sind die angenehmeren, bei denen man die Stäbchen nur ein bis zwei Zentimeter in die Nase schieben muss“, erklärt er. Getestet wird an der Schule. „Wir wollen nicht, dass die Eltern das daheim machen müssen“, so die Rektorin.

Tests an der Schule

Für die Tests in den ersten beiden Wochen hat sie eine Mutter gewonnen, die Krankenschwester ist, freut sich Jährling. Die Kinder, die in Präsenz unterrichtet werden, kommen morgens auf den Schulhof und werden dort klassenweise durchs Fenster der Schulküche getestet. Dann wird gewartet. Nur wer negativ ist, darf ins Klassenzimmer – so sieht der Plan von Deborah Jährling für die nächsten zwei Wochen aus. Viel weiter kann man ohnehin nicht planen.

Auch was Corona betrifft, profitiert die Rosenberger Schule davon, klein zu sein: Im Wechselmodell muss nur die Hälfte der Schüler getestet werden, das sind kaum 25 Kinder. In den großen Klassenzimmern ist es überhaupt kein Problem, Abstand zu halten. Bei den kleinen Klassenstärken haben die Lehrerinnen leicht alles „im Blick“.

Nicht nur in Pandemie-Zeiten sind die Mütter von der Rosenberger Grundschule überzeugt: Das Konzept der Einrichtung habe sich bewährt, die Kinder haben ihre Freunde am Ort und profitierten von kurzen Wegen.

„Riesengewinn für den Ort“

„Die Schule ist ein Riesengewinn für den Ort.“ „Eine tolle Sache ist, dass wir eine so kleine Einheit sind“, findet auch Deborah Jährling. „Wir haben keine Sekundarstufe. Da fallen manche Reibereien mit den Größeren weg. Es gibt auch kein Gerangel in den Bussen. Die transportieren aus allen Ortsteilen nur unsere Grundschüler.“

Gut finden die Eltern auch die Durchgängigkeit. Vom benachbarten Kindergarten aus gehen die Kleinsten direkt gemeinsam in die Schule. Ein weiterer Vorteil ist die Nähe zur Natur. Oft gehen die Klassen raus und erkunden die Tier- und Pflanzenwelt. Zum Beispiel werden dort Frösche beobachtet – wenn nicht gerade Corona ist. Der Pandemie sind auch die geplanten Tanz- und Trommelprojekte vorläufig zum Opfer gefallen.

„Das bringt Leben rein“

Bürgermeister Ralph Matousek sieht den besonderen Reiz der Grundschule darin, dass sie mitten im Ort liegt und mit Kirche und Rathaus ein kleines Zentrum bildet. „Die Schule bringt Leben rein. Wir freuen uns immer, wenn die Kinder auf dem Platz Fußball spielen.“ Sein Fazit: „Wir müssen unser Licht nicht unter den Scheffel stellen, auch wenn wir mit dem Lernhaus Ahorn in Konkurrenz stehen. Jede Schule hat ihre Stärken.“