Nicole Bereswill ist die neue Pfarrerin in den evangelischen Kirchengemeinden

Rosenberg. (ahn) Nach drei Jahren Vakanz ist es nun wieder so weit: Die Pfarrstelle der evangelischen Kirchengemeinden Rosenberg und Sindolsheim ist wieder besetzt. Mit Nicole Bereswill kam eine junge Pfarrerin ins Bauland, die nun in den nächsten beiden Jahren ihren Probedienst hier verrichten wird. Am vergangenen Sonntag feierte sie im Rahmen eines Festgottesdienstes ihre Ordination. Wir haben uns mit ihr über ihre neue Stelle unterhalten.

"Ich habe mich sehr gefreut, weil mir die Gegend hier gut gefällt und ich gerne eine dörfliche Gemeinde übernehmen wollte", sagte Bereswill über ihren neuen Berufs- und Wohnort Sindolsheim.

Bereswill wurde 1992 in Lörrach geboren. Dort wuchs sie zusammen mit ihrem Bruder auf. Schon in jungen Jahren fand sie den Weg in die kirchliche Arbeit. "Nach der Konfirmation engagierte ich mich in meiner Heimatgemeinde in der Kinder- und Jugendarbeit. Ich gestaltete Kinderbibelwochen und Jugendfreizeiten mit und spielte in einer Band", berichtet die junge Pfarrerin.

"Nach dem zweiten Examen in den vergangenen Monaten erfuhr ich, dass ich Pfarrerin in Rosenberg und Sindolsheim werde." Einen Bezug zur hiesigen Region habe sie noch nicht gehabt, allerdings freue sie sich nun auf den neuen Lebensabschnitt im Bauland.

Seit Mitte August wohnt Nicole Bereswill mit ihrem Mann in Sindolsheim im Pfarrhaus. Sie genießen das Land- und Dorfleben, wie sie berichtet.

Doch auch mit den Menschen vor Ort scheint es zu passen. "Ich wurde sehr freundlich empfangen. Ich merke, dass sich die Menschen freuen, dass ich da bin", so die junge Pfarrerin. Die Sympathie beruht dabei auf Gegenseitigkeit, denn: "Ich freue mich auch, den Menschen hier zu begegnen."

Die Kirchengemeinden Rosenberg und Sindolsheim sind seit drei Jahren ohne Pfarrer. Doch diese Zeit hätten die Verantwortlichen gut gemeistert. "Die beiden Kirchengemeinden sind sehr engagiert. Sie haben die beiden Gemeinden toll durch die lange Vakanz gebracht", lobt Bereswill.

Dennoch sind wohl nicht nur die Verantwortlichen, sondern auch die Gemeindemitglieder froh, dass die Pfarrstelle wieder besetzt ist. "Nach dieser langen Zeit war die Freude auf beiden Seiten groß, dass es wieder eine Pfarrerin gibt, die vor Ort und ansprechbar ist", berichtet die neue Pfarrerin.

Mit der neuen Stelle kommen nun auch viele neue Aufgaben auf sie zu, wie sie informiert: "Ich halte Gottesdienste, Taufen, Trauungen und Beerdigungen. Außerdem gebe ich sechs Stunden Religionsunterricht, vier Stunden an der Otfried-Preußler-Schule in Buchen und zwei in Rosenberg an der Grundschule. Darüber hinaus leite ich den Konfikurs, bin bei Sitzungen der Kirchengemeideräte dabei und führe seelsorgerliche Gespräche."

Und welche Schwierigkeiten bringt der Umgang mit dem Coronavirus mit sich? "Durch die Pandemie ist es teilweise schwierig, den Kontakt zu den Gemeindegliedern herzustellen", erklärt Bereswill. "Manche kommen nicht in den Gottesdienst, weil sie Angst haben, sich anzustecken." Außerdem fänden Gruppen und Kreise bisher nicht statt. "Es ist also ein bisschen herausfordernd, den Menschen vor Ort zu begegnen."

Doch das scheint ihrer Freude über ihre neue Stelle keinen Abbruch zu tun. "Dennoch kann auch ein Amtsantritt in diesen Zeiten schön sein, und die Gespräche, die ich bereits führen konnte, waren sehr nett", berichtet sie.

Info: Am Donnerstag, 22. Oktober, findet um 19 Uhr eine Gedenkandacht für alle, die damals in der Nazi-Zeit nach Gurs deportiert wurden, statt.