Radlertankstelle hat sich bewährt

Rosenberg-Hirschlanden. (F) Der ein oder andere Autofahrer schaut noch verwundert, doch die Radfahrer wissen inzwischen Bescheid: Denn sie benutzen sie fleißig, die neue "Radlertankstelle", die in Hirschlanden an der Scheune des Ehepaares Joachim und Cassia Schorr steht. Nach dem einjährigen erfolgreichen Probebetrieb fand die offizielle Einweihung der neuen "Tanke von Hirschlanden" im Beisein einiger Ehrengäste statt.

Ortsvorsteher Martin Herrmann betonte bei seiner Begrüßung, dass der Getränkeautomat ein weiterer Mosaikstein des Projektes "Mehrgenerationendorf" sei. Er sei froh, wenn Bürger wie das Ehepaar Joachim und Cassia Schorr solche Ideen entwickeln und eigenständig umsetzen würden. Ein Jahr lang habe hier anfangs eine "altertümliche Kühltruhe" gestanden, die zudem viel Strom verbraucht habe. Die "Distelhäuser Patenbrauerei" habe nun einen schönen Kühlschrank kostenfrei zur Verfügung gestellt, wofür der Ortsvorsteher herzlich dankte. Selbstverständlich würden hier die regional hergestellten Getränkeprodukte von Distelhäuser zum Verkauf angeboten, was auch sehr gut angenommen werde.

Lobend äußerte sich Herrmann über die stets gute Zusammenarbeit mit der Brauerei. Darüber hinaus sei es bemerkenswert, wie viele Radfahrer am Wochenende an der "Tanke" halten bleiben, um sich mit einem kühlen Getränk zu erfrischen. Es sei eine "kleine Oase inmitten der Wüste", denn in der Region gebe es ja kaum noch Gaststätten für eine Einkehr. Nicht nur deshalb stelle diese "Radlertankstelle" einen Gewinn für die vorbeikommenden Radfahrer dar.

Dass diese so gut ankomme, zeige, dass die Idee des Ehepaares Schorr, das für Nachschub sorge und das finanzielle Risiko trage, eine gute gewesen sei. Das Prinzip der "Radlertankstelle" beruhe auf Selbstbedienung, wobei ein kleiner Obolus verlangt werde. Man sei froh, derzeit eine schwarze Null zu schreiben. Man hoffe, dass man mit diesem Projekt einen kleinen Beitrag für den Radtourismus im Landkreis leisten könne, schließlich würden auch die Touristikbüros in den beiden Landkreisen Neckar-Odenwald und Main-Tauber über diese Radlertankstelle informiert werden.

Landrat Dr. Achim Brötel lobte die Idee als hervorragend, zumal sie "absolut ins Konzept der Touristikgemeinschaft Odenwald passt". Die Corona-Pandemie habe auch dazu geführt, dass Menschen jetzt mehr in der Natur unterwegs seien und dabei auch das Fahrrad benutzten, um die Region zu erkunden.

Es gebe tolle Angebote, wobei die Gemeinden weiter in den Radwegetourismus investieren würden. Dies sei erst jüngst in der Gemeinde Rosenberg deutlich geworden, als man den Radweg "Ensigheim" ausgebaut und mit einer Asphaltdecke versehen habe, was mit einem hohen finanziellen Aufwand verbunden gewesen sei.

Die "Radlertankstelle" biete nun die Möglichkeit, "neuen Kraftstoff zu trinken", um weiter voranzukommen. Für die ehrenamtliche Betreuung dankte er dem Ehepaar Schorr: "Danke für die Tanke".

Lobend sprach er sich auch über den gezeigten Imagefilm "Landleben 4.0" über die Gemeinde Rosenberg aus, der sehr "sympathisch" gewesen sei.

Bürgermeister Ralph Matousek, selbst ein begeisterter Radfahrer, verlieh seiner Freude über die "tolle Idee und den kleinen neuen Mosaikstein in Hirschlanden" mit seinem schönen Ambiente unter dem Scheunenvordach, das vor Sonne und Regen schützt, Ausdruck. Diese Idee sei zur Nachahmung empfohlen. Der Bürgermeister bedankte sich bei Joachim Schorr für die Umsetzung.

Dieser freute sich darüber, dass seine Idee so viel Lob und Anerkennung fand und dass sie so gut von den Radfahrern angenommen wird.

Mario Gimbel, Gebietsverkaufsleiter der Distelhäuser Brauerei, bedankte sich für die stets gute Zusammenarbeit. Man unterstütze gerne eine solche Idee, bei der man auf Regionalität setzt. Wenn die Tankstelle künftig noch besser angenommen werde, stellte er die Aufstellung von Biergartenmöbeln in Aussicht.

Zum Schluss lud Ortsvorsteher Martin Herrmann zu einem kleinen Umtrunk in die Brauereigaststätte Hirschbräu ein, bei der man die von den Brauern zwischenzeitlich 50. Biersorte, ein dunkles Neckar-Odenwald-Bockbier mit über acht Prozent Stammwürze, verköstigte.