Rosenberg diskutierte über SWR-Film "Landleben 4.0"

Rosenberg diskutierte über SWR-Film „Landleben 4.0“ – Bürgermeister Matousek: „Wir Rosenberger sind stolz auf unseren Ort!“

Die Gemeinde Rosenberg 44 Minuten an einem Stück im Fernsehen – das hat es in den letzten Jahrzehnten so nicht gegeben. Genau deshalb war es Rosenbergs Bürgermeister Ralph Matousek ein Anliegen, den Film über die Gesamtgemeinde (aus der SWR-Reihe „Landleben 4.0“) im Rahmen einer öffentlichen Vorstellung noch einmal zu zeigen, ein eigenes Statement abzugeben sowie die Bürger zur Diskussion über den TV-Beitrag zu animieren. Sein besonderer Willkommensgruß in der gut gefüllten Mehrzweckhalle in Sindolsheim galt seinem Vorgänger im Amt Gerhard Baar. Die äußerst lebhafte Diskussionsrunde, an der über 50 Bürger teilnahmen, wurde von Joachim Casel, Redakteur bei der Rhein-Neckar-Zeitung, moderiert.

Eingangs freute sich der Bürgermeister über die gute Resonanz der Veranstaltung. Er habe unmittelbar nach der Ausstrahlung des Films im SWR-Fernsehen die unterschiedlichsten Reaktionen erhalten. Diese reichten von großer Begeisterung bis hin zu starkem Unwillen, weil insbesondere – nach der Meinung vieler Rosenberger – der Kernort zu schlecht weggekommen sei.

In seinem Vorwort stellte der Bürgermeister deutlich heraus, dass es sich bei diesem Fernseh-Filmbeitrag um keinen „Imagefilm“ über Rosenberg handle. Nach den Vorgaben des SWR sollten vielmehr Personen und besondere Projekte in den einzelnen Ortsteilen in den Mittelpunkt gerückt werden.

Auffallend sei auch, so Ralph Matousek weiter, die Schwarz-Weiß-Darstellung des Fernsehfilms gewesen. Denn einerseits gab es für Sindolsheim („schön“) und Hirschlanden („ein Vorzeigeort“) Superlative, während Rosenberg („verschlafen“) und Bronnacker („klein“) andererseits negativ charakterisiert wurden.

Dabei gebe es auch in Sindolsheim mit dem Schloss, der Marktstraße und dem alten Ortskern „graue Ecken“ – genauso wie in Hirschlanden mit dem Bahnhof, der alten Schule und einigen privaten Häusern. Und auch im Ortsteil Rosenberg werde in den Vereinen und Institutionen gute Arbeit geleistet – dies habe aber oftmals keine landesweite Strahlkraft. Doch deshalb sei Rosenberg noch lange nicht „verschlafen“. Insgesamt fand Bürgermeister Matousek aber trotz dieser Defizite lobende Worte für den Film als solchen.

Im Anschluss daran konnten sich die Teilnehmer den Film noch einmal in Ruhe ansehen und dabei vielleicht neue Dinge entdecken.

Nach der Präsentation des Films hieß Moderator Joachim Casel ebenso alle Teilnehmer willkommen und verlieh seiner Freude auf eine intensive und anregende Diskussion Ausdruck, die sogleich der langjährige Gemeinderat Gerd Gräupl eröffnete (Diskussionsbeiträge siehe Artikel unten).

Am Ende der lebhaft geführten Diskussionsrunde fasste Joachim Casel die wichtigsten Aussagen nochmals zusammen: Dabei erachtete er es zunächst als sowohl wichtig als auch richtig, dass man eine Nachveranstaltung über den Film angeboten habe, denn vielen sei erst am heutigen Tag die Zielsetzung der Filmemacher bewusst geworden, die keinen Werbefilm über eine Ortschaft drehen wollten.

Mit der Umsetzung des Films hätten sich die meisten trotzdem einverstanden gezeigt, wie an Reaktionen („insgesamt ein guter Beitrag“, „90 Prozent des Films sehe ich positiv“) deutlich wurde. Auch die schönen Landschaftsaufnahmen mit viel unberührter Natur seien bei den Zuschauern gut angekommen.

Bei der Wertschätzung der einzelnen Ortsteile sei dann allerdings ein klares Ungleichgewicht zu erkennen. So seien Sindolsheim und Hirschlanden vom Fernsehteam sehr positiv dargestellt worden, während über den Kernort Rosenberg vieles negativ geschildert worden sei, Bronnacker und Dörrhof seien ganz ausgeklammert worden.

Dieses Schwarz-Weiß-Denken erachtete auch Casel als nicht gut, der betonte, dass dem Film ein paar Graustufen gut getan hätten. Bei einer filmischen Neuauflage schlug der Redakteur vor, dass dann Rosenberg und Bronnacker einen Bonus verdient hätten.

In seinem Schlusswort bedankte sich Bürgermeister Matousek für die sehr engagierte Diskussion und betonte, man solle das Positive aus diesem Film mitnehmen und künftig danach handeln. Der Film sei für ihn Ansporn, ein Bewusstsein im Ort zu schaffen, damit sich etwas verändern kann. Als konkrete Vorschläge nannte er unter anderem Maßnahmen zur Verschönerung des Orts, eine aktive Seniorenbetreuung und Feste, die den Zusammenhalt der Bürger festigen: „Wir müssen etwas tun, daran möchte ich mit Ihnen zusammen arbeiten!“

Info: Der Film ist unter www.ardmediathek.de zu sehen.